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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Eugenius III. von Toledo. 195

von Isidor Et. 12, 2, 37 angeführten Vers 1, 515 ergibt; auch König Sisebutführt Laud. dei 1, 130 fast in der später durch Eugenius fixierten Fassungan (Migne 80, 372 B). Schon hieraus ergibt sich das Interesse der West-gotenkönige an des Dracontius Dichtung, und König Chindasvinth (640649)gab dem Eugenius den Auftrag, sie neu herauszugeben (Auct. ant. 14, 27, 4)Dracontii cuiusdam libellos multis hactenus erroribus involutos . . . pro tenuitatemei sensuli subcorrexi, hoc videlicet moderamine custodito quo superflua demerem,semiplena supplerem, fracta constabilirem et crebrius repetita miliarem (zumTeil wörtlich aus der Vorrede des Servius zu Vergils Aeneis). Der wesent-liche Grund für die Neuausgabe lag jedenfalls darin, daß die Gedichte desArianers Dracontius den seit der Regierung Theodemirs katholisch ge-wordenen Westgoten nicht rechtgläubig erschienen. Die Veränderung desFragments der Laudes dei erstreckt sich auf ganz geringe Kürzungen undauf einige Verschlechterungen des Wortlauts, während Eugenius in derSatisfactio einen andern Adressaten (Theodosius d. J. statt König Gunthamund)einsetzt und eine ganze Menge Verse ausläßt (s. Vollmer a. a. 0. p. XVIIIund n. 1), außerdem aber an das Ende dieses Gedichtes fündunddreißig Verseanhängt. Von diesen hatte er die ersten sieben schon früher gedichtet(= c. 37 p. 256), in den folgenden erklärt er auf mystische Weise, warumGott am siebenten Tage ausgeruht habe; den Schluß bilden Exzerpte aus Isid.Et. 11, 2, 18. Außer einer Prosavorrede an den König hat Eugenius nochein poetisches Vorwort dem Ganzen vorangestellt, das sich nach Art des Horaz(Ep. 1, 20), des Statius (Silv. 4, 4) und Martials (8, 1, 1) an das Gedicht selbstwendet und der Homerkritiker Aristarch, Tucca, Varius und Probus gedenkt.

Fortleben und Handschriften: Bekannt war das Werk dem Ildefons von Toledo,der in der Schrift De ill. vir. scriptis c. 14 (Dzialowski, Isidor und Ildefons als Literar-historiker S. 146) die Vorreden exzerpiert und hohes Lob über die Neuausgabe ausspricht.Sehr stark wird das Werk des Eugenius von Iulianus von Toledo für seine Grammatik be-nutzt, in karolingischer Zeit von Wigbod, der die Monost. recapit. ganz ausschreibt unddas Werk auf das Hexaemeron verkürzt, von Theodulf und Engelmodus; ein Vers stehtauch im Glossar des cod. Phillipp.4626. Siehe hierzu die Noten in Vollmers Ausg. p. 2769und 115129. Von Eugenius' Bearbeitung haben sich fast ebensoviel Hss. erhalten, wie vomunverkürzten Werke, nämlich Matrit. 14, 22 s. IXX. Paris. 8093 s. IX, 2832 s. IX. Laudun.273 und 279 s. IX 1 ) (Abschrift: Paris. 14758 s. XIV). In alten Aufschriften wird das Werkgenannt s. IX in Reichenau (B. 6, 413), Oviedo (B. 26, 28), s. XI in St Oyan (Delisle, Lecab. des mscr. 3, 385 ff. N. 86; dies ist Mannos Hs. = Paris. 2832), s. XII in Cluni (Delisle2,471 N. 531), endlich zwischen 12851331 in Canterbury (Edwards, Mem. of libr. 1, 207N. 512 Exameron oersifice). Einzige kritische Ausg. von Er. Vollmer, Auct. ant. 14,2769.115129.

Gedichte. Ildefons von Toledo (Dzialowski a.a.O. S. 146) berichtetüber Eugenius: Scripsit et duos libellos umim diversi carminis metro aliumdiversi operis p>rosa concreto», qui ad multorum industriam eius ex hoc tenacitersanctam valuerunt commendare memoriam. Von diesem Werk hat sich nurder poetische Teil erhalten, und es ist fraglich, ob er noch ganz vorliegt,denn die Hss. überliefern verschiedene Bestände, wenn auch die Anordnungals die gleiche erscheint. Die Sammlung der Gedichte ist schon von Eugeniusveranstaltet worden, denn er hat ein einführendes Gedicht vorangestellt,in dem er seine Sammlung verteidigt (4 non pavet Eugenius) und Neiderabwehrt (10 nee nobis noceas nee tibi proficias), den Gutgesinnten aber alles

] ) Beide in Wigbodos Kürzung, s. ed. Vollmer p. XXI und Avitus ed. Peiperp. LIII f.

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