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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
Entstehung
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Berner Rätsel. ^93

8071 s. X und 5596 s. IX (beide unvollständig?). Die Hss. BLAV gehen auf eine ver-lorene Hs. zurück, aus der B und die verlorene Vorlage für LAV stammt; verloren istgleichfalls die Vorlage von AV und die von Vv (Meyer S. 413 ff.).

Zeit und Ort der Abfassung läßt sich nur im allgemeinen bestimmen.Der Sprachgebrauch weist am meisten auf das 7. Jahrhundert, s. MeyerS. 415 f. und die Gegenstände der Rätsel zeigen den Dichter bekannt mitden Gewächsen Südeuropas. Christliche Stoffe, wie bei den angelsächsischenDichtern werden nicht behandelt, und nur 9, 1 Eva sum senior ego und 60, 6(de caelo) et meo cum. bonis malos recipio tecto verrät, daß der Verfasser Christwar. 1 ) Vielleicht aber kann man aus dem großen Interesse, das er fürdie Gewächse des Südens zeigt, schließen, daß er Mönch in Bobbio warund zu den Iren gehörte. 2 ) Mit der irischen Abstammung könnte manauch die Schwerfälligkeit der Sprache in Zusammenhang bringen, denntrotz der beigeschriebenen Auflösung bleibt manches in vielen Rätselndunkel; sie sind viel schwerer verständlich als die des Symphosius oderAldhelm. Aber sie haben sich an Symphosius angeschlossen, denn wiedort gewöhnlich im ersten Verse des Tristichon die Herkunft des Gegen-standes berichtet wird, so erzählt auch hier der Dichter in dem erstenoder den zwei ersten Versen von dem Vater oder der Mutter des Gegen-stands; dann erst werden die Merkmale aufgeführt, die aber oft ziemlichweit hergeholt sind, obwohl die Rätsel fast ausschließlich konkrete Dingebehandeln. In der Anordnung bemerkt man, abgesehen von den zehnersten Stücken meist häusliche Geräte keine feste Gliederung, ob-wohl N. 1316 und 3337 gleichartige Dinge zusammengestellt werden.Hierin unterscheidet sich die Sammlung von der des Symphosius, wo ver-wandte Begriffe zu größeren Kategorien zusammengestellt werden. Vonden 62 Rätseln in L folgt am Schlüsse noch ein weiteres Stück be-handeln siebzehn solche Stoffe, die sich auch bei Symphosius finden, undin zehn dieser Stücke findet sich auch Anlehnung an dies Vorbild. 3 ) Sogewahrt man deutlich den Zusammenhang der späteren mit der altenSammlung. Die Form ist allerdings wesentlich verschieden, die Bernerßätsel sind im langobardischen rhythmischen Hexameter (vgl. W. Meyer,Münch. Sitzber. 1882, 1, 190 f.) geschrieben; die einzelnen Verse zerfallen inje zwei Hälften von sechs und acht Silben (j- ^! w -i ^ und -^ "- -i ^ -^ ~)mit verhältnismäßig seltenem Taktwechsel (s. Meyer S. 192). Da diesVersmaß fast ausschließlich in langobardischen Epitaphien begegnet,so dürfte auch hieraus der italische Ursprung der Sammlung her-vorgehen.

Ausgaben: Mone, Anz. f. Kunde d. deutsch. Vorzeit 8, 219229. Riese, Anth. lat. 11, 296304 und 2 1, 350370. 4 ) P. Brandt, Tirocin. philol. sod. reg. sem. Bonn. p. 101133(1883) und besonders W. Meyer, Abhdl. d. bay. Ak. 17, 417430. Kritisches: K. Schenkl,Wien. Stud. 2, 296.

] ) Denn 6,6 (de calice) et amica libens | S.38,2f.; B. 11, 6 S. 13, 3; B. 30,4 S. 11, lf.

oscula porrigo eunetis kann nicht auf dasAbendmahl bezogen werden.

! ) Von langobardischem Ursprung derrhythmischen Verse spricht W. M e y e r, Münch.SB. 1882, 1, 192.

3 ) Bern. 8, 1. 4 Symph. 14, 1 f.; B. 10, 3

B. 32, 2 S.63, 2; B. 33. 1 f. S. 46, 1; B. 42, 4S.10,3; B.46,1 f.(und 53,5f.) S.87,2f.; B.49,4 S. 9,1 f.

4 ) Aber ohne vollständige Benutzung derUeberlieferung und ohne Rücksicht auf dieAusgabe W. Meyers.

Handbuch der klass. Altertumswissenschaft. IX, 2. lo