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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Rhythmen im Anschluß an Isidor.

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geschrieben, d. h. er hat in diesen Gedichten Gebrauch von Isidors Syno-nymenhäufung gemacht. Weil sich die Gedichte, denen ein Gebet an-gehängt ist, in Isidorhandschriften finden und auch die angegebene Über-einstimmung mit dessen Synonyma zeigen, so hat man sie früher demIsidor beigelegt. Pitra hingegen fand eines dieser Gedichte hinter Desatisfactione poenitentiae des Verecundus in einer Handschrift aus Douai,und da Isidor berichtet, daß Verecundus zwei Gedichte verfaßt habe, soschrieb er die Exhortatio poenitendi unbedenklich dem Verecundus zu.Erst W. Meyer hat den richtigen Sachverhalt gegeben und durch eineneue Ausgabe beider Gedichte weitere Forschungen ermöglicht.

1. Exhortatio poenitendi. Vollständiger Titel: Exhortatio poenitendicum consolatione misericordiae dei ad animam futura iudicia formidantem.Das Gedicht gaben heraus 1 ) du Breul (S. Isid. ep. op. p. 334 f., Paris 1601)nach einer Hs. S. Mauri Fossatensis (p. e II, 2); J. B. Pitra (Spicileg. Soles-mense 4, 132137) nach Duac. 240, Paris. S. Mart. 82 und Montepess. 137;erstmals kritisch: W. Meyer (Abh. d. bayer. Akad. 17, 434440) nachMonac. 14843 s. IX und Sangall. 269 s. IX (daraus Kopien im Sangall. 223s. XII und im Vindob. 794 s. XII, vgl. Meyer S.434). Es besteht aus 177rhythmischen Hexametern und enthält eine Anrede an die eigne Seeledes Dichters 2 ) mit der dringenden Aufforderung, Buße zu tun, indem dieFolgen des Gegenteils bedeutsam vor Augen gerückt und eine Menge Bei-spiele aus dem Neuen und Alten Testament für die Wichtigkeit der innerenUmkehr vorgebracht werden; Cyprian wird erwähnt 120 sicque Ciprianusex mago sacerdos et martyr und Augustin 121 Sic et Augustinus ardentiorcarnis amator Fit ex manichaeo mundi probatus magister. 5 ) Das Gedicht istdistichisch abgefaßt, da nach je zwei Versen eine größere Sinnespauseeintritt, also wie die Instructiones von Commodian, mit dem sich auchstilistische Ähnlichkeiten zeigen. Die Verse selbst zerfallen nach denUntersuchungen von F. Hanssen (De arte metrica Commodiani p. 77 ff.) undvon W. Meyer (a. a. 0. S. 282) in zwei Hälften von je sechs oder siebenund acht oder neun Silben. Der Tonfall vor dem fünften Fuße ist frei,die Quantität überall frei, und so hat der Dichter völlig ungebunden ge-arbeitet. Synonymische Häufung z. B. 78 f. 101. 103. 123. 168. 173..

2. Lamentum poenitentiae. Vollständiger Titel: Lamentum poeni-tentiae duplici alfabeto editum exceptis tribus litteris A B et N, in quibusaliquantis versibus multiplicatur ubi exoravit pro indidgentia peccatorum.Den Zusammenhang mit dem vorigen Gedicht ergibt Exhort. poen. 172Sequentia vero carmina constructa lamentis Suspirando lectita nonnumquamphrando decanta- Die älteste Erwähnung des Gedichts steht im Katalogvon Bec s. XII (B. 127, 102) et Ysidori sinonima Hb. II et lamentum peni-tentie eiusdem et regula fielet versifice composita, also auch in einer Hs. von

') Ohne es als solches zu drucken.

) Nach 5 Non ablatas reculas mundi fas-cesque sitspi>-e$ -wendet sich das Gedicht aneine Person, die von mächtiger Stellung herab-gestürzt war.

s ) Auch auf das profane Gebiet begibt

sich der Dichter Vs. 159 Sicut imperator illummagis militem amat Qici post fugam remeanshostem prosequendo prostemü Quam qui nun-quam fugit et nil umquam forfiter fecit. Hier-aus scheint Bekanntschaft mit den Hoch-gestellten hervorzugehen.