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steht. Es ist an einen jungen Freund (42 amice, 61 filiole) gesandt und suchtdiesen von der Hoffart der Welt abzukehren und den Freuden der Ewigkeitzuzuwenden, könnte also dem Inhalte nach recht gut von Columban verfaßtsein. Merkwürdig ist in der Form der meist überspringende Reim abacded,aber auch ab ab und noch in anderer Struktur, also mit starkem Wechseldes Reimes, der übrigens oft nur als assonierend erscheint.
Endlich ist vielleicht dem Columban ein Ruderlied beizulegen, dasaus Leid. Voss. Graec. Q. 7 f. 40 s. X von E. Dümmler, NA. 6, 190 heraus-gegeben wurde. Es beginnt nach der Aufschrift (Colum)banus En silviscaesa fluctu meat acta carina und zeigt in dem Refrain Heia viri nostrumreboans echo sonat heia Anlehnung an das antike Ruderlied, herausgegebenin Zeitschr. f. d. Alt. NF. 5, 144; s. Baehrens, Anal.Catull.77, Peiper, Rhein.Mus. 32, 523.
Gehören dem Columban alle diese Gedichte, dann erkennt man einenicht geringe Bildsamkeit des Iren auf fremdem Boden, denn da er sieanscheinend erst im Alter schrieb, so ist die Annahme keineswegs not-wendig, daß Columban seine nicht geringe Literaturerkenntnis in der Heimaterworben hat.
Ein sehr kleine Schrift De saltu lunae, deren Eingang lautet SanctusColumbanus haec de saltu lunae ait, gab aus Sangall. 250 s. IX p.112—114heraus G.Meier im Jahresb. üb. d. Lehr- u. Erziehungsanstalt d. Benediktiner-Stiftes Maria Einsiedeln 1886/87 S. 31 als App. I. Ob freilich diese hand-schriftliche Beglaubigung den Tatsachen entspricht, dürfte schwer zu er-weisen sein, obwohl bei dem Bildungsgange Columbans die Möglichkeit derAutorschaft vorhanden ist.
Hss. der Briefe: Taurin. G.V. 38 s. X. Paris. 16361 s. XII. Sangall. 1346 s. XVII (ausirischem Bobbiensis), der Gedichte (außer Praecepta vivendi und folgende) Sangall. 273 und899 s. IX und X. Paris. 8303 s. X. Monac. 6404 s. X und 17208 s. XII. Vindob. 806 s. XII.Ausgaben: Patricii Flemingi Collectanea sacra . . . illustr. per Thomam Sirinum, Lovan. 1667.M. Goldast, Paraeneticorum veterum pars 1, 52. 146 ff. Migne 80, 285 ff. rec. W. Gund-lach, MGH. Ep. 3, 154—190.
23. Sisebutus.
Der Westgotenkönig Sisebut, der 612—620 regierte — über seineRegierung s. Gams, Kirchengesch. von Spanien 2, 2, 77—80, Krusch, Script,rer. Merov. 3, 620—624 — stand mit Isidor von Sevilla in wissenschaft-licher Korrespondenz, wie aus Isidors Widmungsbrief seiner Schrift Denatura rerum hervorgeht. Der König, von dem er in seiner Hist. Gothorumaera 650 x ) sagt fuit autem eloquio nitidus sententia doctus scientia litterarummagna ex parte inbutus, hatte ihn um eine solche Schrift gebeten, Praef. 1(ed. Becker p. 1) et quaedam ex rerum natura vel causis a me tibi efflagitassuffraganda. Höchst wahrscheinlich sandte nun Sisebut dem Isidor alsGegenleistung ein Gedicht, das ebenfalls naturwissenschaftliche Gegen-stände behandelte, denn im Colon. 83 II (vgl. A. Riese, Rhein. Mus. 30,133 ff.)hat es die Überschrift epistola sisebuto regis gotorum missa ad isidorum de
! ) ed. Mommsen, Auct. ant. 11, 291, 17. i te praestantem ingenio facundiaque ac varioVgl. hiermit De nat. rerum praef. p. 1 Dum \ flore litterarum non nesciam.