Columbanus. \Q\
f. thüring. Gesch. NF. 7, 16—38 und von E. Rey, Rev. de philol. 30, 2. Dagegen suchtM. Besson (Atti della R. acad. delle sei. di Torino 1903/4 S. 723—742) zu erweisen, daßdas Epitaphium Marii Aventicensis von Fortunat verfaßt worden sei (gedruckt z. B. MG. SS.24, 795); die von ihm angestellte Stilvergleichung ergibt allerdings eine ziemliche Ueberein-stimmung.
Anhang.
Im Mus. Brit. Addit. 24193 s. IX und Paris. 14144 s. IX 1 ) wird am Endedes elften Buches der Miscellangedichte unter der Überschrift Explicit inqitantum auetor habuit scriptum 2 ) ineipit iwologus ein rhythmisches Gedichtvon zwanzig Zeilen, das in der Pariser Hs. noch den Titel De privilegio(seil, oppidi Pidaviensis) führt. Hier wird die Stadt Poitiers glücklich ge-priesen, daß sie weise Leute verehre und freundlich aufnehme, wie schondas alte Gesetz vorschreibe. So sei Hieronymus in Bethleem, Martinus imaremorischen Tours und Fortunat aus Ravenna von Poitiers aufgenommenworden, wodurch diese drei Städte zu großem Ruhme gelangt seien. — Nachder gründlichen Behandlung des Gedichts durch W. Meyer (Nachr. v. d. Kgl.Ges. d. Wissensch. zu Göttingen, Phil.hist. Kl. 1908 S. 31—39) ist der Rhyth-mus bald nach dem Tode Portunats in Poitiers entstanden und in das erstevollständige Exemplar der Gedichte eingeschrieben worden. 8 ) Mit dieserZeit kommt die gespreizte Sprache des Rhythmus über ein, die übrigensstilistisch verhältnismäßig rein ist. Merkwürdig ist die Form des Gedichts,nämlich die einzelnen Langzeilen zeigen fast ausnahmslos den Reim auf-itas. Die Gruppierung ist nicht zweizeilig, sondern vierzeilig, Vs. 10 hateine Kurzzeile zu viel erhalten. Die Kurzzeilen sind unregelmäßig gebaut,nämlich diese Umformung des trochäischen Septenars enthält in der erstenKurzzeile sechs bis neun, in der zweiten sieben bis neun Silben. Wirfinden also hier den unregelmäßig gebauten Fünfzehnsilber, der auch sonstöfter vorkommt; vgl. W. Meyer a. a. 0. S. 35f. 37 f.
22. Columbanus.
Columban oder Columba — in seinen Schriften gebraucht er nochandere Namensformen — stammte aus Leinster und ist spätestens um dasJahr 543 geboren. Er erhielt eine hervorragende geistige Ausbildung undtrat dann in das Kloster Bangor unter Abt Comgall 4 ) ein, wo er langeJahre verweilte. Doch schließlich ergriff auch ihn der Wandertrieb seinesVolkes 5 ) und um das Jahr 590/91 zog er mit zwölf Genossen, unter denensich sein gleichnamiger Neffe und Gallus, der Stifter des nachmals so be-rühmt gewordenen Klosters St. Gallen, befanden, über Britannien und Gallienin den Wasgau. Er wurde von König Guntram freundlich aufgenommenund stiftete zuerst das Kloster Annegray und bald darauf in dessen Nähe
*) Beide Hss. sind nach W. Meyer. Göt-tinger Nachr. Phil.hist. Kl. 1908 S. 82 Zwil-lingsschwestern.
2 ) Zur Bedeutung dieser Worte s. W.Meyer a. a. 0. S. 84 ff. (Das ist alles, wasFortunat schriftlich hinterlassen hat).
3 ) Vgl. W. Meyer S. 87. ; moverunt de patria.
4 ) Eine Anführung aus einer Schrift seinesLehrers macht er Instr. 2 (Migne 80, 233).
'-) Vgl. ep. 2 (Ep. 3, 162, 29) Hi sunt enimnostri canones, dominica et apostolica man-data, in his fides nostra est; haec arma etsculum et gladius, haec apologia; haec nos