Venantius Fortunatus.
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p. 516 ein Stück aus 9, 14 an, desgleichen gibt die Schrift De dubiis nominibus (Keil,GL. 5, 588, 14. 589,30. 593,5) einige Zitate; Columban, der Verfasser des Epitaph. Gregorii(bei Beda hist. eccl. 2, 1), und Eugenius von Toledo benutzen die Dichtungen, besonders aberist Fortunat bei den Angelsachsen bekannt. Aldhelm plündert seine Dichtungen aus, Bedazitiert namentlich in De metrica arte eine Menge seiner Verse (daraus entnimmt viele derGrammatiker Cruindmelus), Alchvine feiert ihn in einem Gedicht (Poet. lat. 1, 326 C. XCIX,XVII) und schreibt offic. per ferias (Migne 101,562) zwei Gedichte von ihm ab. DerLangobarde Paulus diaconus widmet ihm hist. Lang. 2. 13 einen ganzen Abschnitt. DieAngelsachsen verbreiten ihn im Prankenreich, und die karolingischen Dichter werden inAusdrucksweise und Wortschatz von ihm ganz abhängig. Seit dieser Zeit ist seine Ver-breitung groß und er erscheint in den alten Bibliothekskatalogen (zuerst in York s. VIII,in einer französischen und fünf deutschen Bibliotheken s.IX). Nicht wenige von den karo-lingischen Prosaikern führen ihn an, der Verfasser der Ecbasis captivi gebraucht ihn fürseinen Cento und sein Ansehen bleibt ungeschmälert bis zum Schluß des 11. Jahrh. Späterverschwindet er nach und nach, es werden höchstens noch Anfülrrungen aus seinen Hymnengemacht, und bei den Literarhistorikern außer Sigebert von Gembloux wird er nicht genannt:Konrad von Hirschau, Eberhardus Teutonicus, Konrad von Mure und Hugo von Trimbergerwähnen ihn nicht: es ist auch fraglich, ob ihn Vincenz von Beauvais noch gekannt hat.Vgl.Manitius. Wiener SB. 112, 627. 629. 582. 624. 117, 12, 3—6. 121, 7, 2—5. Rhein. Mus.44, 547. NA. 12, 591. 13, 631. MGH. Auct. ant. 4, 2, 137. Die Aufschriften in alten Katalogens. Manitius, Piniol, a. alt. Biblkat. 144; dort werden genannt in Anchin Fortunati I ym-norum und in Toni martirologium Fortunati versifice factum (ob mit Wandalbert verwechselt?).Handschriften: Petropol. F. XIV 1 s.VIII. Paris. 9347. 14144. l ) 13048 2 ) s.IX. Sangall. 196s. IX. Laudun. 469 s.VIII— IX. Vat. reg. 329 s. IX. Paris. 8090. 8312 s. X. Ambros. C 74 sup.s. X. Vat. 552 s. X. Für Vita Mart. allein: Vat. Pal. 845 s. IX. Paris. 2204 s. IX. Sangall. 573s. IX—X. Taurin. A 216 s. X; vgl. Leos Ausgabe S. V—XIII. XXII. Zu den dort S. XIII nam-haft gemachten Hss. für einzelne Gedichte kommen noch hinzu: für 2, 1 Paris. Mazar. 1707s. X f. 89b (außerdem 9, 2, 3—15 f. 96); 2, 16 Monac. 3514 p. 239—245 s.VII; 3, 6,25—28Leid. Voss. Qu. 12 f. 81b s. IX: 4, 11 und 9, 2 Paris. 8093 s.VIII f. 23 (in der spanischenAnthologie), App. 34 Vat. Pal. 869 s. IX: 3 ) Spur. 9 Monac. 4542 f. 129b s.VIII. Ausgaben:per Iacob. Salvat. Solanium Murgitanum, Venedig 1578; ed. Brower, Köln 1603. 2 1617. op. etstud. D. Mich. Aug. Luchi, Rom 1786 f. Hauptausgabe von Fr. Leo und Br. Krusch, MGH.Auct. ant. 4,1.2,Berlin 1881. 1885. Allgemeines: Hist. litt. 3, 364. Ampere, Hist. litt.de laFrance avant Charlemagne (1867) 2,291. Wattenbach 7 1,100. Teuffei 5 §491.4—11.Hauck 1, 209 ff. Manitius 438 ff. Sandys 436. — Lerous, LepoeteS. Venance Fortunat,Paris 1887. F. Leo, Deutsche Rundschau 32,414.
Hymnen, Heiligenleben, Briefe. Im Anhang zu den Dichtungen
Fortunats ist noch einiges zu besprechen. Paulus diac. hist. Langob. 2, 13
p. 95 sagt von ihm et inulta alia maximeqne ymnos singularum festivitatum
. . . conposvit. Trithemius de script. eccl. (Colon. 1546) S. 98 spricht sogar
von hymnorum LXXVII lib. I. In Anchin besaß man s. XII (Becker, Catal.
bibl. ant. 121, 111) Fortunati I ymnorum et de vita sancti Martini. Da die
Lieder Pange lingua gloriosi und Vexilla regis prodeunt ins römische Brevier
frühzeitig übergegangen sind, so erklärt sich vielleicht die Notiz des Paulus
hieraus, aber die Aufschrift aus Anchin, die nicht auf die Miscellangedichte
gedeutet werden kann, spricht doch dagegen. Und so ist es immerhin
möglich, daß die in kirchlichen Büchern dem Fortunat beigelegten Hymnen
von ihm gedichtet sind, wenn auch spätere Umdichtungen hierin angebracht
sein können. 4 ) Es sind bis jetzt sieben Stücke bekannt, bei Leo p. 382 ff.
unter den Spuria gedruckt. Sie weichen im allgemeinen weder in Inhalt
') W. Meyer (Nachr. v. d. Kgl. Ges. d.Wiss. z. Gott. Phil.hist. Kl. 1908 S. 81-87)weist nach, daß Paris. 14144 und Mus. Brit.Add. 24193 s. IX Zwillinge und von gleich hohemWert sind; dagegen stammen HM DR (Leo)aus schon umgearbeitetem Exemplar (Probendaraus bei Meyer S. 88 f.). Vergleich vonLesarten aus Mus. Brit. 24193 und aus andern
Hss. s. bei Meyer S. 90—99.
s ) Nachträge zu Leos Kollation von Sbei Meyer S. 109—112.
3 ) Danach mit ausführlicher Ueberschrifthrsg. Epist. Merow. etKarol. aevi 1,128 N. 14.
4 ) So ist z. B. Spur. 6, 33 f. nicht von For-tunat geschrieben, der solche Metrik kaumzugelassen hätte.
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