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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

primum presbiter deinde e2>iscopus ordinatus est ') atque in eodem loco digno tumulatus ho-nore quiescü . . . Ad cuiiis ego tumulum cum . . . adventassem, hoc epitaphium rogatus abApro eiusdem loci abbate scribendum contexui. Auch die Bischofsliste von Poitiers aus s. XIInennt den Fortunat als Nachfolger Piatos. Daß dem Grabe Fortunats ein würdiges Epitaphfehlte, sagt Paulus in seinem Gedicht Vs. 9 Hos modicos prompsi plebeio carmine versusNe tuus in popuUs, sancte, lateret honor. Die Grabschrift auch Poet. lat. 1, 56 und Avitused. Peiper p. 193. Vortreffliche Zusammenstellung der betreffenden Lebensdaten beiMeyer a. a. 0. S. 624 (Erläuterungen S. 7390. 108139). Hierzu J. Dostal, lieberIdentität und Zeit von Personen bei Venantius Fortunatus, Wiener-Neustadt 1900.

Die Miscellangedichte. Fortunat ist, wie Meyer S. 3 richtig sagt,der älteste mittelalterliche Dichter Frankreichs. 2 ) Fortunat schreibt nicht,wie Ennodius, Gedichte über erfundne Themen. Den Plan zu einem Gedichtentwirft er nach menschlichen Gefühlen und führt diesen Plan ohne An-wendung der rhetorischen Künste des Altertums aus. Den Stoffen und denGedanken nach ist an Fortunat nichts Antikes (Meyer S. 3). Diese WorteW. Meyers stellen den Dichter auf sein richtiges Niveau, sie bedürfen aberinsofern der Einschränkung, als Fortunat doch in äußeren Dingen die Kunst-mittel des ausgehenden Altertums nicht verschmäht (s. auch Meyer S.12 f. 138).Im weitesten Maße gilt bei Fortunat der Grundsatz: Eines Dichters Lebensind seine Werke, und es ist ein sehr großes Verdienst von Meyer, diesdurch seine Abhandlung erwiesen zu haben. Aber auch die Anordnung unddas Wesen der Überlieferung der Gedichte sind durch Meyer gründlichklargelegt worden. Das Vorwort zu Buch 1 ergibt nämlich, daß Buch 18ein Ganzes bilden und zusammen mit dem Schreiben an Gregor herausge-geben wurden; sie umfassen Gedichte bis 576. Den zweiten Teil bildet Buch 9.nämlich Gedichte von 577584, den dritten Buch 10 mit den Gedichtenvon 585 an, und hierzu kommen die Gedichte an Radegunde und Agnes inBuch 11 sowie App. 1031. Diese drei Massen sind zu verschiednen Zeitenherausgegeben, die dritte aber nicht von Fortunat selbst (Meyer S. 2427);sie ist aus seinen hinterlassenen Papieren herausgegeben worden. Auf einsolches Verhältnis weist die Überlieferung sehr deutlich. Nämlich den Hss.,welche die elf Bücher überliefern, fehlt manches von dem, was der Paris. 13048in flüchtiger Auslese bietet; er hat eine ganze Anzahl Gedichte mehr als dieübrigen Hss., aber auch einiges, was dem Fortunat nicht gehört (z. B. 2, 15). 8 )Ferner sind in den Elf bücherhss. mehrere Gedichte an die unrichtige Stellegerückt worden (Meyer S. 281), denn Fortunats Anordnung entspricht nichtnur der Zeitfolge, sondern er hat auch innerhalb derselben eine ziemlichfeste Ordnung nach den Materien innegehalten (s. Meyer S. 25 f.). Aus dervollständigen, in Poitiers hergestellten Sammlung sind aber nur zwei Aus-züge erhalten; den einen, dazu noch verstümmelten, enthält Paris. 13048(), den andern besitzen die andern Hss., s. W. Meyer, Nachr. v. d. Kgl.Ges. d. Wiss. zu Gott. Phil.hist. Kl. 1908 S. 100 ff., wo auch über denInhalt von 2.

Die sinngemäße und richtige Klassifikation der Miscellangedichte wirdebenfalls W. Meyer verdankt. Fortunat hat keine eigentlich lyrischen

') Hiernach hat wahrscheinlich Sige-bertus Gemblacensis de Script, eccl. 45 seinenBericht geschrieben.

2 ) So nennt ihn auch Flodoard in seiner

Hist. Rem. eccl. 1, 10 poeta noster.

3 ) Es ist eine Buchinschrift für Hilariusde trinitate, s. Meyer S. 76 ff.