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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Das Antiphonar von Bangor. ]Q\

Die kleine Sammlung vereinigt mit eigentlichen Hymnen Kollekten, Orationenund Antiphonen und erweist sich als aus irischen wie festländischen Stückenzusammengesetzt. Sie hat nicht nur dadurch Bedeutung, daß sie eine An-zahl Hymnen allein oder auch zuerst überliefert, sondern man erkennt auchaus ihr, welche Stücke im 6. und 7. Jahrhundert in jenem großen irischenKloster beim Gottesdienst gebraucht wurden.

Zeugnisse. Zu Comgall vgl. M. Roger, L'enseignement des lettres classiques etc.S. 227 ff.; Greith, Geschichte der altirischen Kirche in ihrer Verbindung mit Rom, Gallienund Alemannien S. 235251; Lehrer Columbans s. Ionae vita Columb. 1, 4 (SS. rer. Merov.

4, 69, 27 ff.) Columban bringt Instr. 2.1 [alicuius maioris doctoris anctoritafem quaerentessancti scilicet Fausti luculentissimam elegant issimamque doctrinäm, de cuius dictis pancaad imitandum opus nostrum satis convenienter elegimus utpote qui de eiusdem monitionibiis . . .et nos viles licet commlssos sibi docicit et quasi tempore et merito et scientia meprior . . . prins loquatur. Inquit etc. Migne 80, 233 C) eine längere Anführung aus einerSchrift seines Lehrers. Am Anfang der Sammlung Hymnen, als letzter ein Hymnus aufComgill. am Ende die Versiculi familiae Benchuir und die Memoria abbatum ncstrorum vonComgill bis auf Cronanus, den 15. Abt von Bangor, der in der Mitte des 7. Jahrhundertsgelebt hat.

Hymnen. N. 1 (Muratori, Ant. 4, 127) scheidet als früherer metrischer

Hymnus aus, er wird hier dem Hilarius (von Poitiers?) beigelegt. N. 2 hat

die Aufschrift Hymnum apostolorum und behandelt in zweiundvierzig Strophen

die Geschichte Christi. 1 ) Die Strophen bestehen aus je zwei rhythmischen

jambischen Trimetern mit unreinem Schlüsse, s. W. Meyer, Münch. Sitzber.

1882. 1, 87 N. II, 20. Gleichen Bau hat N. 3 Hymnum quando communicarent

sacerdotes (11 Strophen) Meyer S. 87 II, 21. Hymnus mediae noctis nennt

sich N. 5, der aus vierzehn Strophen besteht, die sich aus je vier jambischen

Achtsilbern mit unreinem Schlüsse zusammensetzen; der Dichter knüpft

hier an Exod. 12, 29 an. Auf den Irenapostel Patricius ist N. 8 Hymnum

5. Patritii magistri Scotorum gedichtet, ein Abecedarius in trochäischenFünfzehnsilbern mit unreinem Schluß, jede der vierundzwanzig Strophen 2 )aus vier Versen bestehend (Meyer S. 83 N. I, 29); der Hymnus ist starkparänetisch und gibt nur ganz im allgemeinen etwas Bericht über Patricius,nämlich 4, 1 Dominus illum elegit ut doceret barbaras Nationes und 5, 1Electa Christi talenta cendit evangelica Quae Hibernas inter gentes cum usurisexigit. Den heiligen Comgall feiert N. 9 Hymnum sancti Comgilli abbatisnostri. Das Gedicht ist gleichfalls ein Abecedarius, zuweilen mit durch-geführtem Anklang im Anfange (Strophe A und D) und besteht aus vier-undzwanzig 3 ) Strophen, von denen die erste eine Vorsatzstrophe bildet.Jede Strophe besteht, mit Ausnahme von 2 und 3 (je 10), aus acht jambischenAchtsilbern, nur besitzen 1 und 24 eine Erweiterung durch vier Verse, indenen die Refrainworte vorkommen. Die Strophen haben nämlich ab-wechselnd den Refrain Ab angelis oder Quem deus, der zwar formal enklitisch,

') 10. 1 Eodem die (nämlich an ChristiGebuitstage) rubrum ut ahmt mare Post ter-gtlril liquit liberatus Israhel. griechisch 6,1proto . . . caho (chao) und 41, 1 mortales . . .micrologi.

-) Die unregelmäßig gebildete letzteStrophe analysiert Meyer S. 83.

3 ) Nämlich nach Strophe 9, 8 Factuspalam mortalibtis scheint der Refrain zu j Anklang.

Handbuch der klass. Altertumswissenschaft. IX, 2. 11

fehlen und die nächste Zeile In scripturiseruditus eröffnet die Strophe I, von welcheram Ende ebenfalls ein Vers ausgelassen ist.Leider konnte ich die mir unzugängliche Aus-gabe von Warren nicht nachpiüfen, denn derText Muratoris leidet an Flüchtigkeiten, s.A. Peyron a. a. 0. S. 224 ff. Auch inStrophe H. I. K. O. Q finden sich Ansätze zum