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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Verecundus.

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Benutzt scheint das Gedicht nur in der Exhortatio poenitendi und imLamentum poenitentiae zu sein, vgl. Manitius a. a. 0. S. 417 ff. Zur Auf-schrift eines Werkes über die Propheten in Bobbio (B. 32, 229) s. oben.

De resurrectione mortuorum. Dies von Isidor (s. oben) genannteGedicht könnte nach Bardenhewer Patrol. 596*) vielleicht mit dem Gedichtad Flavium Felicem de resurrectione mortuorum (s. Manitius, Gesch. d. christl.lat. Poesie S. 344ff.) identifiziert werden. Der Zeit nach wäre das möglich,denn das Gedicht ist dem Flavius Felix gewidmet, der nach Anth. lat. 214 2 )unter dem Vandalenkönig Thrasamund lebte, zu dessen Reich die Byzaceneja gehörte und der von 496523 regierte. Das Gedicht würde dann mehrin die Jugendzeit des Verecundus fallen. Dem stehen freilich erheblicheBedenken gegenüber, denn erstens fehlt in dem echten Gedicht des Vere-cundus die Hinneigung zum rhythmischen Hexameter und die außerordent-liche Anwendung des Tiradenreimes, die wir im Gedicht ad Flav. Felicemfinden (Manitius S. 348), und zweitens wissen wir durch Harteis Ausgabedes Gedichts an Felix (Cypriani opera 3, 308 ff.), mit welchen Zweigender Dichtkunst sich dessen Verfasser früher beschäftigt hat; denn diefrüheren Ausgaben boten den Text dermaßen verderbt, daß das wirklicheVerständnis darunter litt. Der Dichter sagt Vs. lff. Qui mihi ruricolasoptavi carmine musas Et vernis roseos titulavi floribus auras Aestivasquegraves maturavi messis aristas, Succidi tumidas autumni vitibus uvas Etliiemis placidas laudavi semper olivas Adque modulatas exclusi fontibus undasFrondentisque vago cecini de gramine silvas. Das heißt doch, daß er einländliches Epos geschrieben habe, dessen vier Bücher dem Wechsel undder Schönheit der Jahreszeiten sowie den durch sie bedingten ländlichenWerken der Menschen gewidmet seien. Davon ist nun allerdings beiVerecundus weder durch die Überlieferung noch aus Isidor etwas bekannt,und da das Gedicht an Felix zugleich von der Verskunst des Verecundusbedeutend abweicht, so halte ich die gedachte Autorschaft für ausgeschlossen.Trotzdem soll das Gedicht hier kurz behandelt werden, da es sich an dieserStelle passend anschließt.

Schon in karolingischer Zeit war der Ursprung des Gedichts nichtklar, denn die Aufschrift aus Lorsch s. IX (B. 37, 446) besagt metrumTertulliani de resurrectione und Wirceb. theol. 145 s.VIII hat die Unter-schrift Expl. de resurrectione mortuorum Cecilii Cypriani ad Felicem, Paris. 13047s. IX die Aufschrift Ad Flavium Felicem de resurrectione mortuorum; Vat.Reg. 118 s. X hat an beiden Stellen Caecilii. Cypriani ad Flavium Felicemde resurrectione mortuorum. 3 ) Der Irrtum ergibt sich daher, daß das Gedichtin Hss. Tertullians und Cyprians überliefert wurde, wodurch sein afrikanischerUrsprung an Wahrscheinlichkeit gewinnt. Da außerdem der Name desAdressaten Flavius Felix aus der afrikanischen Anthologie bekannt ist, so

') Danach auch Dzialowski, Isidorund Ildefons als Literarhistoriker S. 13.

2 ) Das Gedicht Desitzt als Akrostich, Me-sostich und Telestich Thrasamundus cuntainnovat vota serenans und ist daher zu Leb-zeiten Thrasamunds entstanden.

3 ) Ein Fragment des Gedichts (Vs. 108bis 291) mit größeren Auslassungen und mitEinschiebung zweier Verse findet sich unterAldhelms Schriften in Paris. 8318 und ist vonGiles (Aldh. opera p. 130134) mit allenFehlern der Hs. gedruckt worden.