Bonifatius. Lul.
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Grammatik. Das Werk, das im Katalog von Lorsch s. IX (B. 37,417)nicht unter Bonifaz' Namen aufgeführt wird, 1 ) obwohl es in einer diesersehr ähnlichen Hs. — heute Vat. Pal. 1746 s. IX f. 161b bis 184b — enthaltenist, gehört jedenfalls in die jüngeren Jahre von Bonifaz und ist wohl ausseiner Lehrtätigkeit in Nhutscelle hervorgegangen. Sie ist zunächst inkeiner Beziehung ein eigenes Werk, noch viel weniger als Aldhelms Metrik,sondern fußt vollständig auf bekannten grammatischen Quellen. Bursian(Münch. Sitzungsber. 1873 S. 456) hat diese nachgewiesen. Der Eingang— ein Widmungsbrief fehlt — stammt aus Isid. Et. 1, 6, 1. Die Grundlagefür das ganze Werk ist die Ars Donati lib. II (Keil 4, 372), doch hat Bonifazbald Auslassungen, bald Zusätze gemacht; diese stammen in De nomineaus Sergius. In De verbo ist Charisius (Mai p. 513, 10—526, 20 = Keil 1,243—261) mit Donat verbunden, ebenso in den Abschnitten De adverbiound De coniunctione, dessen Schluß mit dem Anhang De aut coniunctioneaus Diomedes (Keil 1, 417f.) stammt. 2 ) Die weiteren Stücke sind ausCharisius und Diomedes genommen, mit Ausnahme einiger Sätze aus Audax(544, 28ff. = Keil 7, 353, 20ff. 545, 3ff. = 353, 22ff. 11 f. = 354, 7 f. 12ff. =354, 10ff. 546, Iff. = 354, 18ff. 4ff. = 354, 20ff. 24-31 = 355, 20ff.), s.H. Keil, Ind. lect. aest. Hai. 1875 p. Illff. Die Ausgabe von Mai, Class. auct. 7,475—548 scheint auf ungenügender Abschrift zu beruhen (vgl. p. XI), dennihr fehlen die letzten Sätze von f. 184a, in denen nach den Worten beiMai p. 548, 21 noch über die Präpositionen ex, und ad gehandelt wird; dieseSätze wurden abgedruckt von Du Rieu, Schedae Vaticanae p. 141, 3 ) woauch p. 141 notiert wird, daß die Rückseite des letzten Blattes (184b) un-leserlich geworden ist, und daß auf ihr die Präpositionen in sub trans concircum ante noch behandelt waren. Freilich ist nach Du Rieu die Hs. über-haupt unvollständig, indem f. 184b mitten im Satze endet, so daß der wirk-liche Schluß in ihr fehlt. — Doch ist die Unselbständigkeit des Werkes nichtso groß, als es auf den ersten Blick scheint, denn M. Roger a. a. O. S.335f.macht geltend, daß Bonifaz mancherlei Verbesserungen mit seinen Textenvorgenommen hat, die alle darauf ausgehen, das Verständnis zu erleichternund die praktische Brauchbarkeit zu fördern, was ja auch zum ganzenWesen Bonifaz' stimmt. Das Werk hat im Palat. keine Widmung, dochdiesem Mangel ist, wie ich glaube, durch Vergleich des Gedichts an Duddabzuhelfen (ed. Laubmann, Münch. Sitzungsber. 1878 S. 1—19 und DümmlerPL. 1,16 f.). Nämlich das in jenes Gedicht hineingearbeitete künstlicheMesostichon lautet Vijnfreth priscorum Duddo congesserat artem. Viribusille iugis iuvavit in arte magistrum und endet Grammate doctor Excerptvsprisco puerorum indaginis usu Magna patri et proli cum flamine gratia dicam.Da nun das Gedicht im Wirceburg. theol. 29 s. X in einem Abschnitt Desyllabis steht und Bonifaz im Mesostich priscorum congesserat artem — iuvavitin arte und am Ende des Gedichts doctor puerorum indaginis usu schreibt
') Die Worte item cuiusdam sapientisbeziehen sich darauf. Die Lorscher Ueber-lieferung beruht wohl auf einer Fulder Hs.,da das Werk jedenfalls in dieser Gründungvon Bonifaz vorhanden war.
2 ) Für Mai p. 542, 3—20 ist die Quellenicht mehr zu ermitteln.
3 ) Das Stück geht bis mutatur et in ret ciltrinsecHS, wie auch Wilmanns. Rhein.Mus. 23, 398 bemerkt.