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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Aldhelm von Malmesbury. Aethilwald. 141

Gedichte. Der bedeutendste unter den erhaltenen Briefen ist der an KönigGerent von Wales, in dem es sich um Bekämpfung der britischen Absetzungdes Osterfestes und der britischen Tonsur vom römisch-angelsächsischenStandpunkte handelt. Mit berechneter Schärfe, aber ohne zwingende Gründeins Feld zu führen, geht Aldhelm hier den verhaßten Gegnern zu Leibe,die in beiden Beziehungen an ihrer Auffassung mit echt keltischem Starr-sinn festhielten. Und doch hat Aldhelm, wie sein Briefwechsel mit Cellanusvon Peronne zeigt, in literarischem Verkehr auch mit Iren gestanden. DurchCellanus sind überhaupt, wie Traube (Münch. Sitzber. 1900 S. 492 f.) gezeigthat, Aldhelms Schriften zuerst auf den Kontinent gelangt, und Peronne,St. Riquier und Corbie bildeten das festländische Emporium für die insulareLiteratur und haben Aldhelms Werke auf dem Kontinent verbreitet. Dieübrigen Briefe, 1 ) deren Autorschaft nicht immer ganz feststeht, übergehenwir hier als zu unbedeutend; herausgegeben von Giles p. 8397. 330.332338. Vgl. Bönhoff S. 98103.

Gesamtausgaben: Opera quae extanfc omnia ... ed. J. A. Giles, Oxon. 1844. Migne,Patrol. lat. 89. Kritische Ausgabe zu erwarten von R. Ehwald. Ebert 1, 622ff. Teuffel-Schwabe § 500, 1.2. Manitius, Gesch. d. christl. lat. Poesie S. 486ff.

Aethilwald. Bei der engen Verbindung, in welcher Aethilwalds Ge-dichte mit Aldhelm stehen, ist es geraten, sie gleich hier zu betrachten.Aethilwald, der spätere König von Mercia (716757), hat in seinen jungenJahren dem Aldhelm nahe gestanden und ist sein Schüler gewesen, wieaus des letzeren Brief an ihn hervorgeht (ed. Giles p. 332, 2) Dilectissimomihi filio et simul discipulo Ethelwalclo Aldhelmus, und wie auch Aethilwaldin einem an Aldhelm gerichteten Briefe bezeugt (MG. Ep. 3, 238, 13) tecumlegendi studio conversatus demorabar. In demselben Briefe (p. 239, 29 ff.)berichtet er, daß er dem Aldhelm gleichzeitig drei Gedichte übersende;das eine bestehe aus siebzig Hexametern, das dritte aus Achtsilbern, des-gleichen das zweite, das eine Reise über das Meer schildere und das erfrüher ihrem gemeinsamen Freunde Wihtfrid 2 ) geschickt habe. Das ersteGedicht ist verloren. Das dritte besteht aus achtundsiebzig paarweisezusammengesetzten und reimenden Achtsilbern, die ungemein starke Al-literation 3 ) zeigen, wie der Dichter selbst auch angibt (MG. Ep. 3, 245.N. IV, 4) Litterarum cum lusibus odas coaptem tisibus. Es richtet sich an(Vs. 8) Gassem priscum cum nomine (vgl. 26 Cassis per culmina prisci), deraber Vs. 30 mit seinem wirklichen Namen genannt wird Althelmum namaltissimum co.no. Inhalt hat es nicht viel, wenn man von dem etwas starkaufgetragenen Lobe absieht. Erhalten ist auch das zweite jener Gedichte,das dieselbe schwülstige Form hat und aus zweiundneunzig Achtsilberpaarenbesteht. Der Dichter erzählt hier, daß am Ende des Winters drei mithohen Tugenden ausgestattete Männer eine Reise übers Meer machten, um

x ) Zu erwähnen ist der Briefwechsel mit ! *) Er stand mit Aldhelm in Briefwechsel,

dem Irenabt Cellanus von Peronne zwischen ' vgl. Wilhelmi Malm, gesta pontif. p. 358 und

675706, verbessert von L. Traube, Münch.SB. 1900 S. 478f.; daselbst S. 488 über Cel-lanus. Siehe auch Hahn, Bonifaz und LulS. 20. Einige Verse von Cellanus bei TraubeS. 484-488.

332; Traube, Kaiol. Dichtungen S. 131.

3 ) Auch das zweite Gedicht nimmt hieranteil, vgl. MG. Ep. 3, 242 N. 2. 5. 6. 9. 16. 17.19 etc.