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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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136 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

Stile geschrieben und fußen im Stoff auf der Bibel und der späterenLegende. Aldhelm hat sie übrigens in seinen späteren Schriften benutzt;so besteht ein fünftes Gedicht auf die von ihm geweihte Peter- und Pauls-kirche zu Malmesbury fast ganz aus Versen, die aus ihnen genommen sind,s. Manitius Wiener SB. 112, 538, l ) und De laud. virg. 1691 1709 ist wört-lich = IX, 1331. Sehr verschieden von der gedruckten Überlieferung istübrigens diejenige im Berol. Meerm. 167 s. IX f. 2937; auf die bedeutend-sten Abweichungen hat Val. Rose (Verz. d. Meerman-Hss. d. kgl. Bibl. zuBerlin S. 376ff.) aufmerksam gemacht. 2 ) Hss.: Paris. 8318. Sangall. 869s.IX. Berol. Meerm. 167 s. IX.

2. Epistola ad Acircium. Die Schrift ist an Aelfrid, König vonNorthumbrien, im Jahre 695 (?) gerichtet. Siehe Traube, Hermes 24, 648.Bönhoff S. 103; allerdings bringt A. in dieser Schrift p. 245, 18 den Versaus De laud. virg. 530 mit den Worten et alibi poeta dielt und R. Ehwald(Aldhelms Gedicht De virginitate, Gotha 1904 S. 2) hat nachgewiesen, daßschon die Prosaschrift über die Jungfräulichkeit erst aus Aldhelms Bischofs-zeit stammen kann, 3 ) und hat daher (Festschrift f. Albert von BambergS. 2) die metrische Schrift später als die beiden Werke über die Jung-fräulichkeit angesetzt. Aus diesem chronologischen Dilemma kann man nurherauskommen, wenn man die Möglichkeit zugesteht, daß der Vers Delaud. virg. 530 von Aldhelm schon früher einmal geschrieben worden ist,was bei seinen häufigen Selbstzitaten durchaus nicht unmöglich erscheint.Ehwald (Festschrift usw. S. 3) läßt die Schrift zwischen 690 und 705 demKönig Aelfrid gewidmet sein und erkennt die Möglichkeit an, daß dieSchrift selbst viel früher entstanden sein kann, während ihm Vorrede undEpilog nicht lange nach dem Werk De virginitate geschrieben zu seinscheinen. Während der Sammlung des Materials ist der Brief an Haeddigeschrieben (vgl. ed. Giles p. 96, 21 ff.97, 6), s. Ehwald, Festschrift S. 4,wo auch wohl mit Recht vermutet wird, daß der Brief des Cellanus anAldhelm bei Wilhelm von Malmesbury über die Epist. ad Acircium handelt.Die Einkleidung des Werkes in ein Gespräch zwischen Lehrer und Schülerist nach Ehwald (Festschrift S. 5) eher aus Julian von Toledo 4 ) und dessenVorgängern Victorinus und Audax zu erklären, als aus den von Aldhelmselbst genannten Augustin, Isidor und Junilius (p. 233, 10ff.).

Den Kern dieses Werkes bildet eine Sammlung von hundert Rätseln,zu denen A. durch Symphosius und durch die Sammlung im Bern. 611 5 )angeregt wurde: (p. 228, 36) Nam Symposius poeta versificus metricae artisperitia praeditus oecultas aenigmatum propositiones exili materia sumptaludibundis apieibus legitur cecinisse . . . Sed et Aristoteles philosophorumacerrimus perplexa nihüominus aenigmata prosae locutionis faeundia flatus

') Vgl. auch S. 539 n. 1. 6 ) Allerdings werden diese Rätsel hdschr.

2 ) Dort wird auch ein noch unbekanntes i Aenigmata Tullii genannt, so in ReichenauGedicht Aldhelms ans Licht gezogen; die , 821 (ß. 6, 332 et aenigmata Tullii) und imHs. ist die bekannte Kommodianhs. aus Angers. oben angeführten Berol. Meerm. 167 s. IX

3 ) Er setzt aber jetzt (Peschrift f. Albert I (Rose p. 377). Aber Aldhelm lehnt sich engvon Bamberg S. 2) das Carmen de virginitate ' an die Sammlung an. vgl. Manitius, Wienervor 690. SB. 112, 610 ff.

4 ) Nach Bern. 207 s. IXX.