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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
Entstehung
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Aldhelm von Malmesbury. Aethilwald. ]35

Schriften, 1 ) die in ihrer Grundlage sich auf dem römischen Altertum auf-bauen und dabei mancherlei Spuren irischer Gelehrsamkeit zeigen, sindfür Schule und Wissenschaft für die nächsten zwei Jahrhunderte vonmaßgebender Bedeutung gewesen; erst im 10. Jahrhundert beginnt ihr Ein-fluß nachzulassen.

Zeugnisse. Alte Lebensbeschreibungen von Faritius ed. Giles, Aldhelmi operap. 354382, und von Wilhelm von Malmesbury, Gesta pontificum Anglorum ed. Hamilton(1870) p. 332443; hierzu Beda, bist. eccl. gentis Angl. 5,18, daraus Anon. Mellicensis 30(ed. Ettlinger S. G3). Vgl. hierüber L. Bönhoff, Aldhelm von Malmesbury (1894) S. 1221.Zum Namen s. Bönhoff S. 31 f.; Aethilwald (MG. Ep. 3,246,8) nennt ihn Cassem priscumcum nomine comptum ein Unbekannter (ib. 3, 240,1) cas.ies catholicae. Zum Geburtsort s.Bönhoff S. 32 f., Abstammung ib. S. 3338. Das Geburtsjahr ist streitig; Wilhelm vonMalmesbury berichtet, daß er gestorben sei septuagcnario non minor. Da man doch an-nehmen muß, daß zur Zeit Wilhelms in Malmesbury noch bestimmte Nachrichten vorlagen,so führt dies auf 639640. Der Ausdruck Aldhelms im Briefe an Hadrian (ed. Giles p. 300)meaeque rudis infantioe renerando praeceptori Adriano ist bei dem Schwulst der Spracheund bei der verkünstelten Ausdrucksweise nicht -wörtlich zu nehmen. Mir scheinen daherWrights (Bibliogr. Britannica Litteraria. 1. Anglo-saxon period S. 209) und Eberts (1, 623n.)abweichende Ansichten nicht zu teilen zu sein; Bönhoff S. 39 entscheidet sich für dieZwischenzeit von 639 und 645. Ehwald, Aldhelm von Malmesbury (Jahrb. d. Kgl. Akad.gemeinnütz. Wiss. z. Erfurt. N. F. Heft 33. Erf. 1907, S. 6) rückt das Datum wieder an dasEnde der vierziger Jahre. Das Kloster Malmesbury ist von dem Iren Maildulf gegründetworden und vierzehn Jahre vor Maildulfs Tod (675) wurde Aldhelm dort Mönch, also 661,vgl. Dugdale, Monast. Angl. 3, 266 (Aldb. ep. ed. Giles p. 339) qui postea cum sociis suissidi Maildulfo monacho attonsus est, vivente Maihhdfo post tonsionem eins annos quatuordecim.s. Bönhoff S. 25. 43 f.; Aldh. opera ed. Giles p. 339. Ueber die Studien Aldhelms s. Bön-hoff S. 49 ff.; Urkunde des Eleutherius (Aldh. op. ed. Giles p. 341) in quo videlicet loco aprimo aeco infantioe atque ab ipso tirocinlo rudimentorum liberalibus litterarum studiisenutritus. Beda, hist. eccl. 4,1 Theodorus archiepiscopus et Adrlanus ablas vir aequedoctissimus a Vitaliano papa inissi in Britanniam; die Nachricht war so wichtig, daßsie Paulus diaconus in seine Langobardengeschichte 5, 30 aufgenommen hat. Von Theodorhaben sich Verse an Bischof Haeddi erhalten, die neben der Alliteration auch den Endreimbesitzen, vgl. H. Hahn, Bonifaz und Lul S. 32 n. 2. Für die Folge der wissenschaftlichenStudien Aldhelms ist sein Brief an Bischof Haeddi (oder an Eleutherius?) wichtig, ed. Gilesp. 96 f.; vgl. Bönhoff S. 51 f. Hebräisch: Faricii Vita Aldh. c. 1 (p. 357 ed. Giles) Prophe-turuni exempla, Davidis psalmos, Salomonis tria Volumina Hebraicls litteris bene novit etlegem Mosaicam; vgl. Bönhoff S.53n.4. Zum Preshyterat s.Bönhoff S. 55 ff., zur Abts-würde ib. S. 58 ff. Der Bibliothekskatalog von Malmesbury, den Bönhoff S. 71 ff. aufstellt,ist nicht immer zutreffend, da A. doch manches (wie Ennius; Andreas Orator und PaulusQuaestor waren ihm doch nur aus einer Anthologie bekannt) erst aus zweiter oder dritterHand kannte. Die Kenntnis meiner Quellenanalyse zur Ep. ad Acircium (Wiener SB. 112,535634) würde Bönhoff nicht nur vor manchem Irrtum bewahrt, sondern ihm auchmanches neue Quellenmaterial zugeführt haben. Zur Romfahrt s. Bönhoff S. 76 ff. undHahn a. a. O. S. 44 n. 6. Zur Bischofswürde Bönhoff S. 86 ff., zum Tod S. 93 ff.

Literatur: Wright, Bibl. brit. litt. Anglo-Saxon period. S. 209 ff. 222. Aldh. operaed. Giles p. XI f.; Ebert 1, 623; Hahn, Bonifaz und Lul S.l50. Acta SS. Mai VI, 77 ff.Mabillon, Acta SS. I, 220 ff. und Annal. Ben. II, 12,15.

Schriften. 1. Kircheninschriften. Mehrere kleinere Gedichte ausdem Jahr 68392? (s. Bönhoff S.l 16f.) sind überliefert, die als Inschriftenfür Kirchen bestimmt waren. Sie werden in den Hss. sehr verschiedengegeben und Traube (Karolingische Dichtungen S. 43 ff.) hat festgestellt,daß es sich um vier verschiedene Stücke handelt, nämlich (nach der Aus-gabe von Giles p. 115 ff.) um IX, 1 auf eine Marienkirche, IX, 213 aufeine Kirche der zwölf Apostel, VIII auf die von Bugge erbaute Kircheund IX, 14 auf eine Mathiaskirche. Die Gedichte sind in paränetischem

') So finden sich Glossen aus Aldhelm I Pauly-Wissowa, Latein. Glossographie,im Gloss. Amplonianum 2 , s. G. Goetz bei | Sonderabzug S. 11.