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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Julianus von Toledo.

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Julian die Unterweisung c. 1 (Migne 96, 763 A) Hac de re ut fastidiosismentibus mederi possit relatio praeteritae rei, nostris temporibus gestum indu-cimus und c. 30 (p. 796 B) Sint ergo haec insecuturis reposita saeculis, probisad votum, improbis ad exemplum etc. Das kleine Werk stellt in rechtlebendiger Weise die Empörung Septimaniens und die Unterdrückung desAufstandes des Paulus durch König Wamba im Jahre 673 dar, und istjedenfalls nicht lange nach den Ereignissen geschrieben. Der spanischePatriotismus mit lebhaften Lobsprüchen auf den König und anderseits dieteilweise wohl berechtigte Verachtung Galliens, 1 ) die das ganze Werk durch-ziehen, verleihen diesem eine eigenartige Subjektivität und Frische, diedurch mancherlei eingestreute Reden erhöht wird. Die Sprache zeigt hinund wieder einige Anlehnung an den Stil Sallusts 2 ) und verwendet zuweilenpoetische Ausdrucks weise, 3 ) aber im allgemeinen hat sich der Autor diesesWerkes am Stil der Vulgata gebildet, wohin auch sein Wortschatz ver-weist; nur die Vorliebe für längere Perioden ist mehr den älteren Historikernals der Bibel gemäß. Auffällig ist die sehr starke Verwendung des Reimes,der sich in den anderen Werken Julians nirgends in solchem Maße hervor-drängt. Im 13. Jahrhundert wurde die Schrift mit einigen Kürzungen undÄnderungen von Lucas Tudensis in sein Chronicon mundi aufgenommen(Schott, Hispania illustrata 4, 1117).

Grammatik. Das für uns wichtigste Werk Julians nennt Felix inseiner sonst so sorgsamen Aufzählung überhaupt nicht, wohl weil es nichtzu den kirchlichen Schriften gehörte. Es ist in verschiedenen Massen er-halten, aber die Überlieferung ist überhaupt streitig. Nämlich der Abdruckder alten Lorscher Hs. (jetzt Vat. Pal. 1746) 4 ) ergibt gegen die sehr ähn-liche Überlieferung im Bern. 207 f. 18b77a, daß im Vat. die Behandlungder acht Redeteile nach der Ars maior Donati fehlt, während sie im Bern,f. 81b101a erhalten ist (Hagen, Anecd. Helv. p. CCXIf.), und daß trotzgroßer Ähnlichkeiten dieser doppelten Rezension keine von der andern ab-hängig sein kann (R. Hanow, De Iuliano Toletano, Jen. 1891, S. 12ff. 19ff.).Die Hinzunahme einer dritten Hs., des Amplon. F 10 s. VIII ( IX?) f. 144ergab, daß beide andern von dieser vielfache Verbesserungen erhalten,sowie daß alle drei Hss. auf gemeinsame Quelle zurückgehen, aber keinevon der andern abhängig ist, und endlich, daß Ampi, und Vatic. sich einandermehr nähern, als eine dieser beiden dem Bern. (Hanow a.a.O. S. 32 ff.35ff. 39 ff.). Wenn auch Hagen nachwies, daß Bern, die ursprüngliche Vor-lage treuer wiedergibt als Vat., so ist nach den Untersuchungen vonHanow die Ansicht Hagens zurückzuweisen, daß Bern, von Julian exzerpiertwurde (p. CCVIHff.). Jedenfalls hat sich herausgestellt, daß die Ars Iuliani

') c. 5 p. 766 Galliarum altrix perfidiae...übt coniuratorum conciliabulum, perfidiae Sig-num, obscenitas operum, frans negotiorum, ve-nale iudicium. Es ist die Zeit tiefster Schwächeder Merowinger.

2 ) Echt sallustisch ist z. B. c. 18 p. 783 Bviam sibi ferro aperiunt.

3 ) Vergilisch devinctis post tergum ma-nibus (Aen. 2, 57) und c. 16 p. 781 Iam soliscroceum liquerat aurora cubile (Aen. 4, 585),

ovidisch c. 21 p. 786 B vale ultimum sibi di-cerent. Barbarische Bildung ist c. 1 p. 763subsequivus, germanisches Wort bandns {ban-dorum signa) c. 16 p. 782 A.

4 ) Zu den von mir (Rhein. Mus. 47, Er-gänzungsheft S. 148) namhaft gemachten Auf-schriften aus s. IX in St. Riquier und Lorschkommt noch Fulda s. XVI (Beih. z. Zbl. f. Biblw.26, 103) 8, 1, 18 Ars grammatica Iuliani epis-copi Toletani.

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