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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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130 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

liehen Vorgehen gegen die Juden geltend, gegen die er zwei Schriften

schrieb und scharfe Gesetze erließ. Später wandte er sich dem von ihm

begünstigten neuen Könige Egica zu, nachdem er vorher in dogmatische

Streitigkeiten mit Rom geraten war, zu deren Beilegung er sein Apologeticum

fidei schrieb, das nach einigen Einwänden von Rom akzeptiert wurde.

Aber schon am 6. März 690 starb Julian, der unter den Kirchenfürsten

Spaniens ebensosehr durch geistliche wie durch weltliche Gelehrsamkeit

hervorragte, und dessen ausführliche Lebensbeschreibung sein zweiter

Nachfolger Felix verfaßte und dem Schriftstellerkatalog des Ildefons anreihte.

Zeugnisse. Abkunft: Isid. Pacensis chron. c. 23 (Migne 96, 1260 C) In cuius (sc. Er-vigii) tempore Iulianus 1 ) episcopus ex traduce Iudaeorum . . . produetus omnibus mundi par-tibus in doctrina Christi meinet praeclarus, qui etiam a parentibus Christianis progenitussplendide in omni prudentia Toleto meinet edoctus, übt et postmodum in episcopatu exstititdecoratus; Felicis vita Iuliani c. 1 (Migne 96, 445 A) cuius videlicet civitatis proprius civisexstitit atque in eiusdem urbis principali ecclesia sacrosaneti baptismatis fluentis est lotuset illic ab ipsis rudimentis infantiae enutritus. Das Geburtsjahr nur ungefähr zu ermittelnaus der Vita 4 (p. 446 B) a deeimo septimo ferme anno Reccesvinthi prineipis (J. 667) neenon et per omne Wambonis imperii tempus usque ad tertium regni gloriosissimi Egicanis regiaannum in levitici presbyterii ac pontificatus honore consistens, vgl. Paul ä Wengen, JulianusErzb. von Toledo (St. Gallen 1891) S. 7. Zu Gudila Vita 2 (p. 445 A) Denique dum ad pue-rilis formae devenisset aetatem, s. memoriae collegae sui Grudilanis levitae in sociali vincxdoest innexus. Schüler des Eugenius III. von Toledo: Vita 1 Iulianus diseipulus Eugenii se-eundi (!)... post b. memoriae Quiricum quarto in loco praeeeptorem suum sequens. ZurVorliebe fürs Kloster: Vita 2 theoreticae id est contemplativae quietis delectati sunt perfruibono et monasticae institutionis constringi repagulo. Vita 3 Sed . . . eorum est nihilominmfrustrata devotio. Zur geistlichen Laufbahn s. oben. Zur Erhebung als Bischof: Vita 4 posts. memoriae Quiricum klem egregius Iulianus praefatae urbis est unetus primatu. Zur Ab-fassungszeit der Grammatik: In dem Werke steht im Abschnitt De nomine die Stelle domniErvigii regis, s. Keil, GL. 5, 315. In der Aufschrift von St. Riquier (B. 11, 51 et Iulianiet Pauli de partibus orationis) fehlt zwar der Bischofstitel, der aber in der von Lorsch(B. 37, 417 = 38, 73) 2 ) erscheint. Ueber Wambas Sturz und Ervigs Thronbesteigung s. P.ä Wengen a. a. 0. S. 12 ff., der S. 17 ff. besonders aus den Akten der nächsten toletanischenSynoden Julian präsidierte 681 der 12., 683 der 13., 684 der 14. und 688 der 15. Synode -den gelungenen Beweis führt, daß Julian hieran beteiligt war. Die Folgen des Staatsstreichesfür Julian und die spanische Kirche s. bei ä Wengen S. 2230. Die Schriften gegen dieJuden sind De comprobatione aetatis VI an König Ervig gerichtet, zuerst genannt von FelixVita Iul. 8 (p. 449 A) Item librum de sextae aetatis comprobatione qui habet in capite oratio-nem et epistolam ad dominum Ervigium regem mit folgender Inhaltsangabe der drei Bücher,späteren Literarhistorikern des Mittelalters unbekannt und anscheinend in alten Katalogennirgends erwähnt; 3 ) und zweitens ein Liber responsionum, der nicht erhalten ist, aberim 12. Jahrh. noch in Cluni vorlag (Delisle, Le cab. 2, 479, 523 responsoria saneti Iuliani).Zu den Gesetzen gegen die Juden s. ä Wengen S. 32 39. Verhältnis zu Egica daselbstS. 44 ff.; Verhältnis zu Rom daselbst S. 49 ff. Zeitdauer seines Pontifikats und Tod bei FelixVita 12 (p. 450 B) Praesulatus autem honorem et sacerdotii dignitatem annis decem obtiniiil,mense uno, diebus Septem. Quique etiam . . . anno tertio Egicanis prineipis pridie Non. Hart.aera septinqentesima vigesima oetava diem vitae clausa extremum. Vita Iuliani von FelixMigne 96,'443452.

Von den Schriften Julians können hier nur wenige Erwähnung finden.

Liber historiae Wambae regis. Felix allein nennt das Werk undbezeichnet es Vita 10 (p. 450 A) mit Librum historiae de eo quod Wambaeprineipis tempore Galliis exstitit gestum. Als Zweck der Schrift bezeichnet

') Früher wurde Julian häufig mit JulianusPomerius von Arles (Bardenhewer, Patro-logie S.570) verwechselt, den er Prognost.1,9(Migne 96, 464 C) selbst anführt, vgl. auch 2,10 p. 479 B, 3,20 p. 506 A.

überliefert wird. Auch die alte Aufschriftaus Fulda (s. unten) hat den Bischofstitel.

3 ) In alten Aufschriften wird überhauptfast nur das Prognosticon futuri saeculi an-geführt, und mehr kennen auch Sigebert

2 ) Das ist Vat. Pal. 1746 s. IX, wo die i c. 56 und der Anon. Mellicensis c. 52 nicht.Grammatik f. 126b152,8794b u. 7276b ;