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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
Entstehung
Seite
129
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Julianus von Toledo. 109

wird p. 579, 13 die einzige bekannte Anführung gemacht. Auch Fortunatist dem Verfasser bekannt gewesen, sowohl die Miscellangedichte wie dieVita Martini werden zitiert. Nicht unwesentlich erscheint, daß das GedichtDe phoenice achtmal unter dem Namen des Lactanz angeführt wird, wo-durch die Zuerteilung des Gedichts an diesen Verfasser bei Gregor von Tourseine gewichtige Stütze erhält. 1 ) Daß christliche Zitate antiken substituiertwurden, ergibt sich z.B. aus p. 571, 8 (Beleg für amor) und aus p. 580, 7(für honor), wo Bibelstellen erscheinen, und aus vielen Prudentius- undJuvencuszitaten, von denen nicht wenige sich auf recht gewöhnliche Wörterbeziehen; denn aus Keils Nachweisungen unter dem Text geht hervor, daßdies auch bei Oaper der Fall war. Das Werkchen scheint also die erstegrammatische Schrift zu sein, in der Anführungen aus der christlichenLiteratur solche aus der antiken verdrängten, wie später bei Julian, Ald-helm. Beda und Smaragdus. Daß der Verfasser Christ war, ergibt sichbesonders aus p. 580, 5, seine Kenntnis des Griechischen geht aus p. 587, 11hervor, wo allerdings die Überlieferung bedenklich erscheint.

Hss.: 2 ) Monac. 14252 s. IX f. 185. Vindob. 89 s. IX f. 170. Laudun. 463 s. XII, letzterebeide nicht ganz vollständig, s. Keil, GL. 5, 567. Ausgaben: M. Haupt, Ovid. Halieutica etc.p. 74. V. le Clerc, Cat. gen. des mscr. des bibl. des depart. 1, 246. F. G. Otto, Giss. 1850 (mitKommentar). Keil, GL. 5, 571. Alcimi Aviti op. ed. R. Peiper p. LH. Peiper, Jahrb. f.Phil. Suppl. 11, 297.

12. Julianus von Toledo.

Julian stammte vielleicht aus jüdischem Geschlecht und ist um 642in Toledo geboren. Frühzeitig schloß er sich an den Diakon Gudila an,mit dem ihn die gemeinsame Vorliebe für das Mönchsleben verband. Inseiner Jugend wurde er noch vom Erzbischof Eugenius unterrichtet, jedochseinen Plan, ins Kloster zu treten, konnte er nicht verwirklichen, denn erwurde Weltgeistlicher und scheint die Stufen des Diakonats (c. 667) unddes Presbyteriums schnell durchlaufen zu haben. Schon nach etwa dreizehnJahren wurde er am 30. Januar 680 nach dem Tode des Quiricus zumErzbischof von Toledo erhoben, und gelangte dadurch zu einer Stellung,zu welcher ihn nicht nur sein theologisches Wissen, sondern was damalsunter den Großen des Landes noch sehr geschätzt wurde auch seinenicht geringen Kenntnisse in der weltlichen Literatur befähigten. Seinumfängliches Werk über Grammatik schrieb er allerdings erst nach derErhebung Ervigs. Noch in demselben Jahre beteiligte er sich an demSturze des Königs Wamba er hatte vorher die Geschichte der EmpörungSeptimaniens und ihre Unterdrückung durch Wamba dargestellt und ander Erhebung Ervigs auf den Thron, wofür der Klerus des Westgoten-reiches namhafte Zugeständnisse erhielt und Julian selbst die Macht seinerStellung wesentlich erweiterte. Dies machte sich zunächst in seinem feind-

] ) Benutzt wird das Gedicht auch (Vs. 1 ! 2 ) Sie gehen nach Keil, GL. 5, 568 auf

bis45)mderVitarhythmicadesEligiusNovio- dieselbe Urschrift zurück. Jedenfalls war das

magensis(Catal. codd.hagiogr. bibl. reg. Brux. I Werk selten, in alten Katalogen fand ich es

1,479, 23ff.), wie v. Winterfeid,Philol. 62, j nirgends genannt.468470 nachwies.

Handbuch der klass. Altertumswissenschaft. IX, 2.