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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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De dubiis nominibus.

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zwei metrische Verse des Balapsidus (p. 92, 10 f.) einige weitere metrischeReste in den zitierten Versen erkannt.

Fortleben, Handschriften, Ausgaben. Bei den angelsächsischen und irischenGrammatikern s.VII IX hat Virgil in hohem Ansehen gestanden und seine Schriften wurdenvon ihnen sehr stark benutzt. Seitdem aber das Studium der lateinischen Grammatik sichmehr auf den besten Quellen aufbaute, hat man seine verschrobenen Lehren nicht mehrgeachtet und er verschwindet aus dem Gesichtskreis der Grammatiker. Zuerst läßt sichKeuntnis Vergils bei Aldhelm nachweisen (vgl. ed. Huemer p. 121 adn. crit. und Berl. phil.Wochenschr. 1887, 8791; Traube, Hermes 24,648) und wenig später (um 700) in deririschen Kanonsammlung 53, 1 a, vgl. S. Hellmann, Texte und Untersuchungen z. altchristl.Lit. 34, 1, 10 n. 5 (= ed. Huemer p. 85, 18). Vielfach wird Virgil benutzt von Beda de ortho-graphia (s. ed. Huemer p. 38. 40 und Stangl, Virgiliana 34. 39. 45. 47. 67) und von Alch-vine de orthographia (Stangl 39. 45). Petrus Pisanus benutzt ihn in seiner Ars, vgl. ed.Huemer p. 7 f. Die frühesten Exzerpte scheinen sich in Hs. Nancy 356 s.VIH IX zufinden, s. Collignon, Rev. de philol. 7, 1322 und ed. Huemer p. 32. 3641. Sodannwird Virgil benutzt von Malsachanus (ed. Roger p. XII und p. 2. 4. 6 etc.), von Cruindmelus(ed. Huemer p. 9), von Clemens Scottus (ed. Huemer p. 3f. 9. 26. 35. 43. 45. 127); Exzerpteim Montepess. 306 s. IX (ed. Huemer p. 19ff. 36. 38f. 96ff.). Und wahrscheinlich gehen auchdie folgenden grammatischen Werke und Exzerptsammlungen noch auf das 9. Jahrh. zurück,in denen Virgil häufig erscheint, nämlich die Ars Bernensis 123 s.X, aus der Hagen, Anecd.Helv. 190201 die Stellen gab; die Ars anon. Bern. 123 (s. ed. Huemer p.28. 30. 35f. 43.124f.); die Quaest. gramm. cod. Bern. 83 (Huemer p. 112); die Excerpta im Leid. Voss. Q 33s.X (Huemer p. 44. 68ff. 73 etc.), im Angelic.V. 3. 22 s. X (Huemer p. 88. 95); der Terentiusgrammaücus im Einsidl. 32 s.X XI (s. Stangl, Virgiliana 45) und endlich die Excerptaim Mediol. M 79 s. XI (Huemer p. 83. 100ff.).

Hss.: Ambianensis 426 s. X (aus Korvei). Paris. 13026 s. IX (aus Corbie). 1 ) Neapolit. IVA 34 s. X (gehörte s. XII einem Wigradus). 2 ) Von diesen Hss. ist N allein vollständig, Areicht bis Huemer p. 87, s. Stangl p. 66, P bis Huemer p. 75,21. Außerdem Vindob.19556 s. IX, nur aus einem Fragment von fünf Blättern einer alten Salzburger Hs. be-stehend. 3 ) Ausgaben: A. Mai, Class. auct. 5, 1 (und Append. ad opera ab A. Mai edita113. 151); ed. J. Huemer, Lips. 1886, dazu Supplement [aus A] von Th. Stangl, Virgiliana,München 1891 p. 2866. 6795. Kritik usw.: Huemer, Wiener SB. 99, 509559. Sto-wasser, Ztschr. f. österr. Gymn. 34, 211. 511. 38, 122; Stolones latini XVIIXXXII (bes.p. XVIII ff.). Stangl, Wochenschr. f. klass. Phil. 1890. Sprache: Arch. f. lat. Lex. 1, 58.2. 26f. 34. 255. G. Goetz, Ber. üb. d.Verh. d. kgl. Sachs. Ges. d.Wiss. Phil.hist. Cl. 48, 89bis 91. Osann, Beitr. z. griech. u. röm. Litgesch. 2, 125. A. F. Ozanam, Oeuvr. compl.4,483. H. Keil, De gramm. quib. lat. inf. aet. p. 5.18. A. Ernault, De Virgilio Marone gram-matico Tolosano. Paris 1886. Hagen, Anecd. Helv. p. CVI. Teuffel-Schwabe § 497, 79.iL Roger, L'enseignement des lettres classiques etc. (Paris 1905) S. 110126. Sandys,Hist. of. class. scholarship 437 f.

11. De dubiis nominibus.

Eines der letzten Zeugnisse alter Bildung ist die kleine Schrift Dedubiis nominibus, die wahrscheinlich aus Spanien stammt und etwa umdie Mitte des 7. Jahrhunderts abgefaßt ist. Vielleicht hat ein Vorwortüberhaupt gefehlt, jedenfalls ist es nicht erhalten und durch diesen Ver-lust ist wahrscheinlich auch der Name des Verfassers untergegangen. DasWerkchen hat an sich keine besondere Bedeutung, es handelt hauptsächlich

J ) Die Hs. ist kaum die aus Corbie s. XII(B. 79.303) erwähnte Virgili! Moronis epytoma.Daß aber Huemer (ed. p. IV adn.) diese füreine Epitome der Aeneis hält, ist ganz ver-wunderlich. Nämlich schon die Stellung derAufschrift (am Ende) und die HinzufügungMaronis durften eine solche Auffassung nichtzulassen. Zudem ist ein Auszug aus der Aeneisin dieser Zeit nicht bekannt. Andere Auf-

schriften: Anchin s. XII (B. 121,77) epitomeXII Virgil ii; Monte Cassino s. XV (Bibl. Ca-sin. 1,LXXXVI) Liber grammaücus. Inc.Vir-gilius; s. 'auch die nächste Anmerkung.

2 ) ImBücherverzeichnisWigrads(s.Hue-mer, Wiener SB. 99, 522) figuriert die Hs.jedenfalls unter dem Titel Volumen diversonun grammaticorum.

3 ) Ed. Huemer. Wiener SB. 99,529-542.