Liber monstrorum de diversis generibus.
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humano generi incutiunt (vgl. hierzu Curtius 8,10, 5) ut de monströsis 1 ) hominumpartubus(vgl. Lucan 1, 562) describerem et de ferarum liorribilibus numerosisqne bestiarum formte etdraconum dirissimis serpentiumque ac viperarum gentibus. Et dum sermo de lüs per mul-tarum scripturarum auctoritatem . . . refidsit, mendacia ea nemini iteranda putassem . . .quod probandi si sint vera an strueta mendacio malus patet accessus . . . guorum maximampartem phüosopJiorum 2 ) et poetarum scriptura demonstrat . . . quaedam tantum in ipsismirabüibus vera esse creduntur . . . et de Ms primum eloquar quae sunt aliquo modo cre-dendä, et seqnentem historiam sibi quisque diseernat. p. 252, 18 In Ms namque serpentibus,quos superius descripsimus, quaedam vera, quaedam namque omni veritate carentia repe-riuntur. Zum Chlochilaich vgl. p. 223,11 ut rex Hugilaicus qui imperavit Qetis et a Francisoccisus est; bei Gregor. Turon. hist. Franc. 3, 3 (ed. Arndt 110, 18) Dani cum rege suo nomineChlochüaichum evectn navale per mare Galllas appetunt; Gesta reg. Franc. 19 (ed. Kruschp. 274,18) Dani cum rege suo nomine CocMlaico cum navale hoste per alto mare Galliasappetent. Es ist der König der Geätas Hygeläc des Beowulf liedes Vs. 5819 ff. und vielleichtder Schwedenkönig Hugleikr der Heimskringla 1, 30, s. Haupt, Ztschr. f. deutsch. Altert.5,10. 3 ) Zu den Literaturkenntnissen s. unten. Zur Bekämpfung antiker Mythologie s. p. 232, 9.234,5. 235, 3 f. 236, 31 f. Zum Stil vgl. die häufige Anknüpfung mit enim und nam {namque)p. 223, 5. 224.10. 225,14. 228, 7. 236,1. 240,12. 252, 3. 247, 3. 251, 7. 252,18; ferner den Be-ginn einer Menge von Abschnitten (32 von 116) mit Et, was aus dem Vulgatastil zu er-klären ist; ein Ausdruck später Zeit ist auch 229,16 bellum coniungunt.*) Besonders aberspricht die poetische Ausdrucksweise für späte Entstehung, vgl. die obigen Sätze aus demEingang und p. 222, 24 quae terra fovet mortalium nutrix, 223,1 prona torquentur ad undasquaeque turbine poli vertice . . . ad hanc vastam gurgitis se voraginem vergunt. Die Ortho-graphie ist in Haupts Ausgabe der klassischen zu sehr angeähnelt worden und muß meistaus den kritischen Noten herausgelesen werden; aus dem Eingang hebe ich hervor z. B.p. 221, 5 oceani insölas. 10 orribüibus. 222.5 pupi. 16 scopolosa. 20 sirine. 21 monstruorum.24 condam. 25 generi. 26 proclucentur. Diese Eigentümlichkeiten 5 ) gehören nämlich nichtdem korrumpierenden Abschreiber, sondern vielmehr der Zeit des Autors an und würdenbei einer neuen Ausgabe zumeist für den Text in Betracht zu ziehen sein. Stil und Ortho-graphie erheben sich übrigens über die Mehrzahl der Werke aus der Merovingerzeit, undsomit ist die Schrift vielleicht dem Anfang der karolingischen Periode 6 ) zuzuweisen; siescheint aber nicht auf einen fränkischen Autor zurückzugehen.
Inhalt und Quellen. Die Schrift zerfällt, wie der Eiugang kundgibt(s. oben), in drei Teile; die Abschnitte selbst sind in beiden Handschriftenverschieden gehalten und auch ihre Überschriften, die in den Text auf-zunehmen waren, differieren. Die ersten dreißig Abschnitte des erstenBuches behandeln im Stile der alten Geographen allerhand angeblicheNaturwunder beim Menschengeschlecht. Hier spricht der Verfasser teil-weise aus eigner Kenntnis, die mehrfach auf Volkssage beruht, nämlich 1,2. 3. 5. 13. 30. Fast alles übrige kann aus vorhandenen Quellen nach-gewiesen werden, nämlich aus Augustin De civ. dei 16, 8, Isidor Etym. 11, 3,Vergils Aeneis und dem angeblichen Briefe Alexanders an Aristoteles überdie Wunder Indiens, dessen heutige Überlieferung nicht über das 9. Jahrhunderthinausreicht. Dabei ist es oft nicht leicht zu erkennen, ob Augustin oderIsidor benutzt wird, da Isidor ja den ganzen Abschnitt aus Augustin fastwörtlich abschrieb. Hierneben werden aber noch andere Quellen verwertet,
') So hat Guelf. Weissenb. 148 ursprüng-lich, wie auch Lucan.
2 ) Das Wort heißt hier soviel wie Schrift-steller und ist in diesem Gebrauche im 7. Jahrh.häufig; poetae ac pMlosophi auch p. 237, 21,poetae et oratores cum physicis p. 237, 24.
3 ) Kenntnis der unteren Rheinlande er-gibt sich p. 223,13 cuins ossa in Rheni flu-ni in is insula ubi in Oceanum prorumpit, re-servata sunt et de longinco venientibus promiraculo ostenduntur.
4 ) J. Berger deXivrey a. a. O. p. XXXIIImacht auch auf barca (schon bei Paulin vonNola) und vannosus aufmerksam. Eine merk-würdige Bildung ist p. 224, 15 innumerosus.
5 ) Sie sind alle dem Guelf. Weissenb. 148entnommen, dem Pithoeanus mangelt dasStück.
<■) J.Berg er de Xivrey a.a. O. p. XXXIVmöchte das 6. Jahrh. als Entstehungszeit an-nehmen. Dem widerspricht aber dieBenutzungvon Isidors Etymologien.