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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
Entstehung
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Martinus von Bracara. \ ] 3

der ganzen Vita Pythagorae in alter Zeit nichts bekannt ist. So ist für denLiber de moribus die Autorschaft Martins wenig wahrscheinlich.

Ausgaben: Haase 3,462467. Publ. Syrus ed.Wölfflin p. 136. Migne. Patrol. lat.72, 29-32. Vgl. Caspari a. a. 0. S. XXXII ff.

De correctione rusticorum. Der Bischof Polemius von Asturicahatte sich an Martin mit der Bitte gewendet, ihn de origine idolorum etscelerßus eorum zu belehren. Er erhielt eine Predigt zugesendet, die vonkulturhistorischem Interesse ist, da Martin in ihrem ersten Teile sich aus-führlich über den heidnischen Aber- und Wunderglauben äußert, währendder zweite Teil zum Verlassen dieser Reste des Heidentums auffordert undBesserung predigt.

Die Schrift scheint in alten Katalogen nur in St. Gallen s. IX (B. 22, 275) et dictaMartini episcopi ad Polemium episcopum genannt zu werden und ist vollständig nur imBern. 289 erhalten, s. C. P. Caspari, Mart. v. Brac. Schrift De correct. rust. p.LVf. Teilevon ihr gaben heraus Plorez, Espafia sagrada 15. 425433, A. Mai, Class. auct. 3, 379384;vollständig herausgegeben mit ausführlicher Einleitung über Martins Leben und Werkevon C. P. Caspari in der genannten Schrift. Ebert 1. 582 ff. Teuffel-Schwabe 5§ 494, 2.

Pro repellenda iactantia,. De superbia. Exhortatio humili-tatis. Die beiden ersten dieser kleinen Schriften sind unmittelbar ausdem Leben herausgeschrieben worden, sie sind einfach gehalten und ohneÜberladung und bringen im Tone etwa einer schlichten Predigt Grund-wahrheiten des Lebens zu Gehör. Bibelsprüche sind nicht selten, drängensich aber nicht in ungebührlichem Maße auf. Daß beide kurzen Traktatezusammengehören, ergibt sich aus dem Schlußwort von l(c. 6 Migne 72,36A)nunc ad reliqua transeam et quid aliud peius ex hoc mcdo generetur expediam,wodurch zu 2 übergeleitet wird. Beide sind an keine bestimmte Persongerichtet, denn die Worte 2.1 (Migne 72. 35B) lntendat ergo prudentia tualassen auf jeden beliebigen Hörer oder Leser schließen. Somit glaube ich,daß Ebert I, 581 n. 5 irrt, wenn er annimmt, daß auch das dritte Werk-chen hierzu gehört es findet sich keine Überleitung von 2 zu 3 unddaß alle drei an einen König (Miro) gerichtet sind; dem dürften die Worte 1,2(Migne 72,33B) reges hoc se somniant posse quod deus entschieden wider-sprechen. Aber auch die dritte Schrift hat keine bestimmte Adresse, sieist, wie ihre Eingangsworte zeigen, nur ganz im allgemeinen an Höher-stehende gerichtet: Quisquis nutu dei cuiuslibet officii dignitate praelnces ...hanc exhortatiuncidam meam diligenter quaeso recipias nee pomposas in easpumas rhetorum quaeras . . . Et si forte durius aliquid videor loqui, veritatishaec culpa non mea est. Und so sind auch die Worte 3, 1 (Migne 72, 39 A)nemini verius debere aliquid dici quam ei qui praesidet multis und 3,4 col. 40 CQuia et cum multos gubernaveris, sowie 3,6 col. 41C In hac eos quibuspraesides optime gubernabis zu verstehen, sie wenden sich an die welt-lichen Beamten des Königreichs und an den Klerus, wie auch der Beginnvon 3, 5.

Ausgabe: Migne 72,3142; s. Bardenhewer, Patrologie S. 613. Außerdem hatMartinus noch eine Schrift De trinitate verfaßt, die aber mit der von Fabricius 3. 36 f.(ed. Flor. 1858) herausgegebenen Professio nicht identisch ist. Diese Schrift wird genanntin Cluni s. XII (Delisle, Le cab. des mscr. 2, 470 N. 316 et liber beetti Martini de trinitate,317 liberque beati Martini de trinitate) und wird überliefert z. B. im Monac. 6326 s. X f. 129bis 133 als Liber s. Martini de s. trinitate.

Handbuch der ldass. Altertumswissenschaft. IX, 2. o