Beda. 1717
De temporibus über. Das Werkchen ist 703 geschrieben (s.c. 14,Migne 90, 287 fiunt DCCI1I. Isti sunt anni nativitaüs domini) und hatweder Widmung noch Vorrede. Es ist jedenfalls für die Schule verfaßt
Und behandelt daher den Stoff in kürzester Weise. Die ersten fünf 1 ) Ab-schnitte fußen fast ganz auf Isid. Et. 5, 29—33 und De nat. rer. 2—6. Derfolgende Abschnitt c. 6 De mensibus Romanorum ist aus Macrob. Sat. 1.12, 5. Isid. Et. 5, 33, 7. 8. Macr. 1,12, 30. 34. 35 und besonders aus 1, 15,10—12 (ed. Eyssenhardt p. 77, 3. 5. 8 ff. 13—17) und 17 (p. 78, 14—16wörtlich), dann aus 1, 13, 1. 3 entlehnt (unter steter Benutzung von Isid.nat. rer. 4). Das nächste Kapitel handelt vom Solstitium und Aequinoctium
.und stammt im Anfang aus Isid. Et. 5, 34, 2, während der größere Teilaus Plinius nat. hist. 2, 186 (vario lucis — distante) wörtlich abgeschrieben ist.Kapitel 8 stammt teilweise aus Isid. nat. rer. 7 und Et. 5, 35, 8, Kapitel 9
:zum Teil aus Et. 6, 17, 21—24, Kapitel 10 zum Teil aus Et. 6, 17, 25 ff.und Macr. 1, 14, 6. Die sich an die Berechnungen des Circulus decen-novennalis (vgl. Isid. Et. 6, 17) anschließenden Aetates mundi und dasfolgende kurze Chronicon fußen wieder auf Isidor Et. 5, 38 und 39, darüber
I vgl. unten. Man sieht also, daß Beda hier im allgemeinen Isidor folgt,aber dessen Angaben durch Erweiterungen aus Plinius und Macrobiusergänzt.
De natura rerum. Ein gleiches Verhältnis läßt sich bei diesemWerke konstatieren. Auf dem Gebiete der physischen Weltbeschreibüng
iwar Isidor vorangegangen, der aus einer Menge von Quellen, namentlichmit Benutzung von Servius und der Prata Suetons, eine nicht unwichtigeSchrift verfaßt hatte. Beda brachte unter verschiedenen Umstellungendiese Schrift in einen Auszug, indem er besonders größere Zutaten ausPlinius machte und durch Voranstellung zweier Abschnitte über die Welt-schöpfung seiner eigenen Arbeit einen mehr christlichen Charakter auf-prägte. Die Definition des Begriffes Welt (c. 3) gibt Beda zum Teil nach
^ Isid. nat. rer. 9,1 und Plin. 2, 5 und 8 (anklingend Mart. Cap. 8, 814 ed. Eyss.
?p. 302, 12 ff.), er verläßt hierbei die christliche Auffassung Isidors. DieBeschaffenheit der Elemente (c. 4) wird nach einer Stelle von Ambros.Hexaem. 3, 4, 18 gegeben, die von Isidor (nat. rer. 11, 2 f.) zitiert wird.Auch die Angaben über das Firmament gehen auf Isidor (nat. rer. 12, 2.4 ff.) zurück, während eine Angabe über die Septentriones in c. 6 demPlinius nat. hist. 6, 69 entlehnt ist. Der Bericht über die Weltzonen c. 9setzt sich aus Isid. nat. rer. 10 und Plin. 2,177 und 4, 104 zusammen, derüber die Weltgegenden ist aus Isid. Et. 3, 42 genommen, während c. 11über die Sterne teilweise aus Isid. nat. rer. 25 stammt. In den Abschnitten
?über die Planeten, deren Bewegung, Anordnung, Bahnen und Farben-erscheinungen in c. 12—15 erörtert werden, hat sich Beda ganz an Pliniusangeschlossen (benutzt wird nacheinander 2, 32. 34. 35. 36 ff. 39. 41. 44. 78.63. 64. 79; die beiden vorletzten Kapitel sind in c. 13 f. so vollständig aus-geschrieben worden, daß Bedas Worte c. 14 p. 229 M. De quibus si pleninssein velis lege Plinium Secimdum, ex quo et ista nos excerpsimvs nur zum
') Bei c. 2 (Umbri) ist außerdem Plin. nat. hist. 2, 188 benutzt.