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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Isidor von Sevilla.

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Es ist freilich immerhin fraglich, ob dem Isidor eine solche Mosaik-arbeit zuzutrauen ist und ob er nicht vielmehr schon nach Materien ge-ordnete Handbücber vorfand und diese exzerpierte. Das würde wenigstenszur Art seiner Quellenbenutzung in de natura rerum mehr stimmen. Davonabgesehen bleibt die Arbeit eine bedeutende und große, obwohl sie durchFlüchtigkeiten aller Art entstellt wird. 1 ) Ob man letztere mit den Worten(Migne 82, 74) opus . . ex veteris ledionis recordatione collectum entschuldigendarf, bleibe dahingestellt; wahrscheinlich ist aber diese Angabe nicht, dadas Gedächtnis für ein so großes Werk doch gewiß nicht ausreichte. Nichteinmal die Frage ist leicht zu entscheiden, ob Isidor Griechisch konnteoder nicht. Er bringt ja sehr häufig griechische Worte herbei, umlateinische zu erklären, und ein Claudius dux hat sich an ihn auch insolchem Falle gewandt, s. Epist. 6,4 Item nobis insinuare curasti quorumdamGraecorwn obiectionem (Arevalo 6, 567); auch wußte man später von ihmseine griechischen Kenntnisse zu rühmen, vgl. Migne 81, 53D und 86B,sowie 82, 23 C. Damit steht in scharfem Widerspruch z. B. 3, 21, 6 fistulaautem dicta quod vocem emittat, nam yraece (pcos vox, stola missa appeüatur. 2 )Auch mit den Kenntnissen im Lateinischen scheint es zuweilen etwasmerkwürdig zu stehen, vgl. 1,27, 2 Hand quando adverbium est negandi,d littera terminatur et aspiratur in capite; quando autem coniunctio est pert litteram sine aspiratione scribitur. Das scheint doch für einen recht niedrigenBildungsgrad geschrieben zu sein, 3 ) wie Isidor ja auch Beziehungen zumVolkslatein hat, vgl. 17, 7, 54 BJwdodendron quod corrupte vulgo Lorandrumvocatur. An vielen Stellen ergibt sich außerdem deutlich der Ursprung desWerkes in Spanien durch Berührung spanischer Wörter und Sitten,s. Arevalo, Isidoriana 49,1129 (Migne 81, 324B326B), sowie durchAnführung des Dracontius (12, 2, 37 Laud. dei I, 515 in der Form des Eugenius,

Jund 6,9,1 Satisf.63).

Von weiteren Quellen des Werkes sind zu erwähnen die Historiae desSallust, die nach Dressel p. 1234 in den Büchern 13 (16, 4. 18,35.

*21,10) und 14 (3,37.39. 6,8. 3941) öfters zur Verwendung gekommensind. Ferner wurde Lucretius öfters benutzt, s. Dressel a. a. 0. S. 49 undManitius Philol. 52, 536. Sonst nennt Isidor noch den Petronius, aus demer 5, 26, 7 eine unbekannte Stelle (fr. 14 bei Bücheier ed. min. Berl. 1871p. 109) gibt; ferner den Apicius 20, 1, 1 qui in eo (seil, coquinae apparatu)absumptis bonis morte voluntaria periit und den Schwindler Dares Phrygius

11, 42, 1, dessen Werk in jener Zeit eine große Rolle zu spielen anfing.Von Dichtern erscheinen Terenz, Vergil, Ovid. Lucan, Persius und Juvenalhäufig, seltener Horaz und ganz vereinzelt Catull, Statius, Martial undTerentian (1, 39, 13. 14). Alle übrigen Dichterzitate scheinen mit den

') Siehe H. Dressel a. a. 0. S. 3 undH. Sadee a. a. 0. S. 21. 23. 33.

2 ) Isidor trägt zuweilen seine griechi-schen Kenntnisse durch Wiederholung zurSchau, s. H. Dressel a. a. 0. S. 8; daselbstP; 10 f. Uebereinstimmung mit dem obigenLrteil über die Kenntnis des Griechischen.Was Isidor aus griechischen Autoren anführt,

verdankt er wohl alles seinen lateinischenQuellen. So kennt er Aristoteles nur ausBoethius, sein Zitat aus Galenos 20, 2, 37 istaus Hieronymus genommen usw. Vgl. auchM. Klussmann, Excerpta Tertullianea inIsidori Hisp. Etymologiis (Hamburg 1892) p. 6.') So auch Different. verborum 566. 567.Spanische Herkunft verrät Diff. verb. 262.

Handbuch der klass. Altertumswissenschaft. IX, 2. 5