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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Isidor von Sevilla. 61

and er schreibt an Isidor (Ep. 12, 2 p. 577) Septimum ni fallor annumtempora gyrant ex quo me niemini libros a te conditos originum postulasse;daß er von der Vollendung des Werkes gehört habe, schrieb er schon imvorigen Briefe, aber er hat noch andere Kunde (Ep. 12, 10 p. 579) Ergo

, et hoc notesco libros etymologiarum quos a te domino meo posco etsi detrun-catos corrososque iam a midtis haberi. Inde rogo ut eos mihi trascriptosintegros emendatos et bene coaptatos digneris mittere. Das heißt doch wohl,daß Isidor das Werk in einzelnen Teilen schon herausgegeben hatte, eheBraulio es erhielt. Nun aber konnte Isidor nicht länger zögern, kurz vorseinem Tode 1 ) überwand er seine Scheu, es dem Freunde zu senden, freilichin noch unfertigem Zustande (Ep. 13, 2 p. 580) Codicem etymologiarum cumaliis codicibus de itinere transmisi et licet inemendatum prae invalitudinetarnen tibi modo ad emendandum statueram offerre, si ad destinatum conciliilocum pervenissem. Also war das Werk keineswegs vollendet, als es Isidoran Braulio sandte. Wie sich Braulio zu Isidors Wunsche verhielt, wissen

-wir nicht; da er aber höchst wahrscheinlich zum Liber de viris illustribusRandbemerkungen gemacht hat (s. oben), so wäre es gar nicht zu ver-wundern, wenn er auch hier Nachträge angebracht und vielleicht Streichungenvorgenommen hat. So würden sich auch am besten die Abweichungen derHandschriften des Werkes erklären, indem schon die Urschriften verschiedenwaren, vgl. Arevalo Isidoriana 48, 6 (Migne 81, 315) und L. Sadee, ÜberFreiburger Fragmente einer Handschrift der Etymologiae des IsidorusHispal. (Freiburg 1883) S. 21 f. 33.

Der Titel Etymologiae steht nach diesem Briefwechsel und den Hand-schriften fest. Isidor sagt in der Widmung (Migne 82, 73) misi opus deorigine quarumdam rerum, und vielleicht war dieser Ausdruck mündlichoder schriftlich schon mehrfach gefallen, denn Braulio nennt das von ihmsehnlichst gewünschte Werk auch (Ep. 12, 2 ed. Arevalo 6, 577) librosa te conditos originum. An das Werk Catos braucht hierbei nicht ge-dacht zu werden, namentlich da es nirgends erwähnt wird; vielmehr wirdorigines als lateinische Übersetzung von etymologiae anzusehen sein. 2 ) Dasgroße und bedeutende Werk hätte eigentlich einer Einführung bedurft;da sie völlig fehlt, muß man wohl annehmen, daß Isidor nicht dazu ge-kommen ist und Braulio eine solche Änderung nicht wagte.

Das Werk geht darauf aus, die Summe des menschlichen Wissenskurz darzustellen. Der Standpunkt des Verfassers wird durch den Titelcharakterisiert, es ist der der Sprache, er drängt sich fast überall in denVordergrund. Isidor sucht meist, wo es anging, eine Definition der vonihm behandelten Begriffe zu geben; sie schrumpft freilich bei ihm oft ineine bloße Etymologie des Wortes zusammen, und wie ungenügend undoberflächlich diese bei den Römern gehandhabt wurde, dafür ist ein soausgezeichneter Kenner der lateinischen Sprache wie Varro das beste

) Denn daß Arevalo Isidoriana 27, 10 \ oulorum. So verwendet auch Braulio in der

(Migne 81, 142) diesen Brief ins Jahr 630 ver-legt, dürfte mit den Angaben bei Brauliound Ildefons kaum zu vereinigen sein.

2 ) Nach 1,29,1 Etymologia est origovoca-

ältesten Anführung des Werkes beide Wörter(Migne 80, 696 A) in libro Etymologiarum dumhuius nominis vult originem absolvere.