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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
Entstehung
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Isidor von Sevilla. 55

rerum öfters in den Handschriften heifit (s. ed. G.Becker p. Y). 1 ) Sisebuthatte ihn um eine solche Schrift gebeten, Praef. 1 (Becker p. 1) et quaedamex rerum natura vel causis a me tibi efflagitas suffraganda. Es ist kaumzu bezweifeln, daß Isidor ein wissenschaftliches Interesse daran hatte(praef. 2 p. 1) Neque enim earum rerum naturam noscere superstitiosae scien-tiae est, er deckt freilich sein christliches Gewissen mit einer Bibelstelle(Sap. 7, 17 f.), da ja die geographische und physikalische Kenntnis derWelt für den Christen bedenklich erscheinen konnte. Den Titel nahmIsidor wohl aus dem Pratum Suetons De naturis rerum. Den Inhalt 2 ) seinesBuches gibt Isidor selbst an praef. 1 p. 1 expedire aliqua ex parte rationemdierum ac mensium, anni quoque metas et temporum vicissitudines, naturametiam elimentorum, solis denique ac lunae cursus et quorundam causas astrorum,tempestatum scilicet signa adque ventorum nee non et terrae positionem, alsoeine Naturlehre oder eine Kosmographie. Er geht hierbei von der Zeit-einteilung aus, behandelt das Himmelsgewölbe, Sonne, Mond und Sterne,spricht ausführlich über die Himmels- und Witterungserscheinungen undgeht dann vom Meere auf das Festland über. Diese an sich klare Dis-position wird an einigen Stellen durch Einschiebungen unterbrochen, ähn-lich wie die älteren römischen Geographen sich durch besonders wunder-bare Erscheinungen zu Exkursen veranlaßt sahen; solche Einschiebungensind c. 27 über die Beseelung der Gestirne, c. 43 über den Nil und c. 47über den Aetna. Freilich leidet die Einheitlichkeit des Ganzen ziemlichstark durch die Zerteilung des Stoffes in 48 Kapitel, deren Gepräge undTon fast ausschließlich 3 ) durch die in ihnen benutzten Quellen bestimmtwird, die meist wörtlich zum Ausdruck kommen. Unterschiedslos werdenantike und christliche Schriftsteller angeführt, so daß sachliche Erzählungmit kühner Spekulation abwechselt. Aber Isidor geht auch zuweilen überseine Gewährsmänner hinaus und regt sogar zur Bearbeitimg gestellterThemen an, wie er am Ende von c. 27 (p. 53, 17 Becker) die Frage stellt,was mit den Sternen, falls sie beseelt seien, bei der Auferstehung geschehenwerde. Die Darstellung ist im allgemeinen bedeutend eingehender als inden betreffenden Abschnitten der Etymologiae, da die Quellen fast nieexzerpiert werden, sondern im vollen Wortlaut, allerdings oft mit kleinenVeränderungen des Textes, reden. Dieselben sind zum Teil, weil sonstnicht erhalten, wichtig. Hierüber s. ed. Becker p. VIXXH. Da Isidorseine Gewährsmänner nicht häufig nennt, so ist die Herkunft seinesBerichts an vielen Stellen unsicher; jedenfalls hat er neben Hygins astro-nomischem Werk 4 ) (besonders c. 1622 und 48) die Werke von Suetonkeineswegs so stark benutzt, wie ßeifferscheid meint. Er hat sie

1 ) Findet sich auch verschrieben zu no-tarum, z. B. Reichenau 821 (Becker, Catal. 6327). Zu den bei Becker p.V aufgezählten

p. 8 f. und kommt p. 1018 zu dem Ergebnis,daß Isidor für beide Werke die Quellen ge-sondert benutzt habe, und daß also beide

Ueberschriften ist vielleicht noch De mirabi- voneinander unabhängig seien.

libus mundi zu rechnen, wie eine Aufschrift 3 ) Was auf des Autors eigene Rechnung

aus London 1448 (J. P. Malcolm, Londinium zu setzen ist, hat A. Schenk a. a. 0. p. 21 f.

redivivum 1, 30) besagt.

-) A. Schenk, De Isid. Hisp. de naturarerum libelli fontibus (Jenae 1909) vergleicht

zusammengestellt.

4 ) Vgl. Gr. Kauffmann, De Hygini me-moria (Breslau 1888) S. 6265 und besonders

die mit den Etymologiae kongruenten Stellen | A. Schenk p. 4652.