56 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
c. 37 f. und 44 genannt. 1 ) Als weitere antike Quellen verwertet er denScholiasten zu Germanici Aratea (vgl. Schenk p. 42 ff.), Solin (c. 40),Lucretius (c. 30. 36. 39) und Palladius (c. 5), Servius. 2 ) Die AnführungVarros an zwei Stellen geht wohl nicht auf unmittelbare Kenntnis, sondernauf Vermittlung durch eine andre Quelle zurück (c. 10.38); dasselbe istder Fall mit Versen aus Atta, Naevius und Pacuvius (c. 44). Sonst werdenhäufig Vergil und je einmal Lucan (c. 12) und Statius (c. 30) zitiert. Aufder andern Seite benutzt Isidor einige christliche Schriftsteller in aus-gedehntem Maße, nämlich besonders das Hexaemeron des Ambrosius, 3 ) dieRecognitiones des Pseudo-Olemens und mehrere Schriften Augustins; 4 )daneben wird natürlich auch die Bibel angeführt.
Diese Schrift hat in der christlichen Welt für das nächste Jahrhundert den Bedürf-nissen der Zeit völlig entsprochen, bis Beda einen Auszug mit vielen Zusätzen aus ihr ver-anstaltete, wobei die Rücksicht auf die Schule überwog. Dieser Auszug hat bei der Be-deutung seines Verfassers das ursprüngliche Werk mehr in den Hintergrund treten lassen,obwohl es immerhin noch oft genug abgeschrieben wurde. Alte Aufschriften sind häufig,z. B. Reichenau 821 (B. 6, 327. 331 f.), St. Riquier 831 (B. 11, 68. 71), Konstanz s. IX (B. 15,214 f.), St. Gallen s. IX (B. 22, 214), Lorsch s. IX (B. 37, 331), Bobbio s. X (B. 32, 156f.) mitder Aufschrift De diebus et septimanis temporibus et, signis libros II, usw. Handschriften:Bamberg.H.I. IV. 15 s.VIII und H.I. IV. 17 s.IX. Basil. F. III. 15a s.VIII— IX, F. 111. 15f. s.IX.Bern. 417 s. IX, 224 und 249 s. X. 5 ) Monac. 16128 s. IX 6 ) und 396 s. X. 14300 s. X. San-gall. 238 s.VIII. Colon. 83 II s.VIII. Becker p. XXVI f. hat die Hss. nach dem Vorhandenseinvon c. 44 in zwei Klassen geteilt. Einzige kritische Ausgabe: rec. Gust. Becker, Berlin 1857.Arno Schenk, De Isidori Hispalensis de natura rerum libelli fontibus, Jenae 1909.
De numeris. Braulio (Dzialowski S. 141) führt das Werk ein Denumeris librum unum in quo aritlimeticam propter numeros ecclesiasticis scrip-turis insertos ex parte tetigit disciplinam. Es ist eine mystisch-christlicheZahlensymbolik, in der die Zahlen 1—16. 18—20. 24. 30. 40. 46. 50 und 60behandelt werden. Dergleichen wunderliche Spielereien waren ja längstüblich, vgl. Sedul. Pasch. Carm. 1, 297f. 359ff. 5, 188ff.; hier sind sie bei-nahe in ein System gebracht, indem die Zahlen mit ihrer mystischen Be-deutung nacheinander aufgeführt werden. Allerdings ist es doch nicht nurihre biblische Verwendung, die hier berücksichtigt wird, natürliche Ver-hältnisse, das tägliche und das wissenschaftliche Leben werden gleichfallsherangezogen. Beispiele (für die Bedeutung der Drei) 4, 18 (ed. Arevalo 7,224) Tria sunt et apud musicos genera sonorum vox flatus et pulsus; vox infaucibus, flatus in tibiis, pulsus vero in citharis . . . tres quoque partes habenturet orbis, Asia et Europa vel Libya. Ternis quoque mensibus anni temporadistinguuntur et coram tribus testibus actio cuncta finitur; (für die Vier) 5,23 p. 225 Quatuor etiam mundi elementa habentur ex quibus universa sub-sishmt . . . annus quoque quatuor temporibus volvitur, aestatis autumni hiemis
x ) Vgl. Näheres bei Reiff ersch eid, I p.24ff., wo p.26—29 geleugnet wird, daß die
Suet. Tranq. praeter Caesarum libros reliquiae | Prata Suetons im Exaemeron benutzt werden
p. 427 ff. Die Entlehnungen von c. 1—8 sollen (trotz Giraldi Cambr. Itiner. Cambriae 1, 7).
aus Suetons Pratum de anno Romanorum und 4 ) Hierzu vgl.Wölfflin, Rhein. Mus. 42,
die von c. 9—46 aus dem Pratum de naturis 485 und Schenk p. 31 f.
rerum stammen. Vgl. Reifferscheid p. 149 5 ) Bern. A. 92 N. 20 enthält ein Fragment
bis 246. Vgl. aber Schenk p. 65—72. aus s. IX.
2 ) Vgl. Servius ed. Thilo 2 p. XXXVIII 6 ) Die Hs. enthält viele Bilder und be-und Schenk p. 54—57. ' sitzt wie der erste Bamberg., Monac. 14300
3 ) Es ist in viel weiterem Umfange be- ; und Colon. 83 II das Gedicht Sisebuts.nutzt, als man bisher annahm, vgl. A. S c h e n k I