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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Cassiodorus Senator.

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yios per Epiphanium scholasticum Latino candentes eloquio necessarium duximuseorum dicta defforata in unius stili tractum . . . perducere et de tribus auc-toribus unam facere dictionem . . . Nos autem eorum relectis operibus et unum-quemque cauta mente tractantes cognovimus non aequaliter omnes de unaquaquere luculenter ac subtiüter explanasse sed modo hunc modo alterum aliampartem melius expedisse'; Instit. div. c. 17 (M. 70, 1133) erwähnt er sie:,Post historiam vero Eusebii apud Graecos Socrates Sozomenus et Theodoretussequentia conscripserunt, quos a viro disertissimo Epiphcmio in uno corporeduodecim libris fecimus . . . transferri'. Aus diesen Angaben geht hervor, daßEpiphanias die drei Werke übersetzte und daß Cassiodor den Stoff aus-wählte und redigierte (Franz S. 106). Der Übersetzer aber war weder imBesitz einer korrekten lateinischen Sprache, noch hat er den griechischenText allseitig richtig verstanden (Franz S. 108 f.), allerdings hatte er einendurch viele Fehler entstellten Text vor sich. Aber auch Cassiodor ließ beider Zusammenstellung wissenschaftliche Methode vermissen, und so kommt',. -es, daß das Buch eine Kompilation einer Menge von Teilen ist, deren Aus-wahl keinen bestimmten Plan durchblicken läßt und deren Zusammenhangein rein äußerlicher ist. Man könnte das Buch einen Cento historiarumnennen (Franz S. 114). Manches wird auf diese Weise doppelt erzählt, unddie Chronologie wird durch die verschiedenartigen Exzerpte gänzlich ver-wirrt. Nur an drei Stellen hnden sich stoffliche Erweiterungen und Zusätze(Franz S. 117 ff.). Trotzdem aber hat die ganze Arbeit geschichtlicheWichtigkeit, da ohne Cassiodors Zutun dieser doch bedeutende Zeitraumder Kirchengeschichte seit dem Konzil von Nicaea bis zum Jahre 439 demMittelalter fast unbekannt geblieben wäre.

Für die frühe große Verbreitung des Werkes sprechen die sehr zahlreichen Aufschriftenin alten Katalogen, 1 ) s. Becker p. 325 s. v. tripertüa historia und Theodoretus, p. 324 s. v.Socrates und Sozomenus. In späterer Zeit wurde das Werk auch in einen Auszug gebracht,den Richard de Gerberoi, später Bischof von Amiens, herstellte, s. Richard von Fournival(ca. 1250) (Delisle, Le cab. 2, 531) 114 ,Richardi de Gerborredo post episcopi AmbianensisÜber de abbreviata hi/storia Romanorum que dicitur tripartüa'. Hss. z. B. Monac. 11302 s. XIbis XII, 13070 s. XII.

Josephi antiquitates. Über die durch ihn veranlaßte Übersetzungdes Werkes sagt Cassiodor Inst. div. c. 17 (M. 70, 1133) ,Ut est Iosephuspene secundus Livius in libris antiquitatum ludaicarum late diffusus, quempater Hieronymus scribens ad Lucinum Beticum propter magnihidinem prolixioperis a se perhibet non potuisse transferri. Hunc tarnen ab amicis nostris,quoniam est subtilis nimis et multiplex, magno labore in libris viginti duobusconverti fecimus in Latinum'. Das Werk ist im Mittelalter ungemein ver-breitet gewesen, wie aus der großen Zahl von alten Aufschriften hervor-geht, in denen sich übrigens niemals der Name Cassiodors und nur ganzvereinzelt und erst sehr spät 2 ) Rufin als Übersetzer findet. Es ist daher

] ) Die drei benutzten Quellen werden an-gegeben z. B. in Lorsch s. IX (B. 87, 84 = 38,10), iu S. Wandrille s. IX (B. 7, 72), in S. Ri-quier s. IX (B. 11, 193). Eine glossa Theo-doriti erscheint inBlaubeuerns.XI(B.74,124).Benutzung des Werkes im Mittelalter, s. F r an zS. 126 n. 4. 5.

2 ) Urbino vor 1482 (Giorn. stör. d. Arch.Tosc.VII, 134) 368 Iosephi genere Hebrei hist.Iudaicae antiquitatis e greco in lattnum a Ruf-fino Aquileiensi. Daselbst 370 auch die ein-zige Aufschrift von der Uebersetzung des bel-lum Iudaicum durch Rufin.