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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Cassiodorus Senator. 45

einschätzte, geht aus der Aufforderung hervor: ,Forte et alios invenirepossitis, per quos notitia vestra potius instruatur'. Aus ihr ersieht man aberauch deutlich, wie ernst es Cassiodor mit den Studien der Mönche meinte;fast möchte man in ihr den ersten Keim zu dem großen Aufschwung derwissenschaftlichen Betätigung in der karolingischen Zeit erblicken, denndie Bestrebungen Cassiodors und Karls des Großen zeigen eine durchausverwandte Richtung. In hohem Grade geschickt weiß endlich Cassiodorseine theoretischen Ermahnungen den Verhältnissen des praktischen Lebensanzupassen. So rät er in c. 28, 1142 M. den Mönchen, da zu ihrer Tätig-keit ja auch Garten- und Landbau gehöre, den Gargilius Martialis, Columellaund Palladius 1 ) zu lesen. Aber auch die Ausübung der Heilkunst sei einWerk der Frömmigkeit, und daher sollen die Mönche, falls sie des Griechi-schen unkundig seien, in lateinischer Übersetzung den Hippokrates und dieTberapeutica Galeni ad philosophum Glauconem destinata lesen, sowieAurelius Caelius de medicina und Hippocrates de herbis et curis, außerdemdas herbarium Dioscoridis (c. 31. 1146 f. M.). Mit einer allgemeinen Er-mahnung an die Äbte Chalcedonius und Geruntius 2 ) und einem Gebetschließt das kleine Werk.

Exkurs zu Galen und Dioskorides. Aus dem oben Gesagten ergibt sich, daßdie lateinischen Uebersetzungen von Galens Therapeutik und Dioskorides' Arzneibuch schondamals vorlagen. Galen wird vor den Uebersetzungen Gerards von Cremona in alten Auf-schriften nur selten genannt, s. IX in Reichenau (B. 6,156 = 33,47), s. XII in St. Amand,Cluni, Limoges, Durham. Später werden seine Werke häufig, s. besonders Richard vonFournival 1250 (Delisle, Le cab. des mscr. 2, 533 N. 135143), Canterbury nach 1285(Edwards, Memoire of libr. 1, 159163. 181. 217. 226. 228. 232), Durham 1391 und 1395(Surtees Society publications 7,33.78), Eugen IV 1445 (Müntz et Fahre, La bibl. duVatican au 15e siecle etc S. 23 f.) und Urbino vor 1482 (Giorn. Stör. d. arch. Tose. 7, 130N. 285287). Alte Hss. für Galenübersetzungen sind ßerol. Meerm. 165 s. IX, Einsidl. 304s. IX, 356 s. X, 32 s. XII. Sangall. 44 und 751 s. IX u. a.

Das Werk des Dioskorides begegnet in alten Katalogen erst seit s. XII. Es findet sichs. XII in St. Amand (Delisle, Le cab. des mscr. 2. 455 N. 209), in Peterborough (B. 116, 57),Durham (B. 117, 472 = 1391, Surtees soc. publ. 7, 33 = 1416 ib. 7,111), s. XIII in Cluni (De-lisle a. a. 0. 2, 484 N. 43), Richard von Fournival (Delisle a. a. O. 2, 533 N. 134), Canter-bury (Edwards, Mem. of libr. 1, 161 N. 198. 199), s. XV in Oxford (Anstey, Munim. Acad.2, 771) und in Canterbury St. Aug. (James, The anc. libr. of Cant. and Dover S. 345 N. 1261).Alte Hss. sind Monac. 335 s. VIII und Bern. 363 s. IX; außerdem Bern. A. 91 N. 7 s. X (Frag-mente).

Institutiones saecularium lectionum. 3 ) Die Schrift teilt sichnach den sieben artes liberales in ebensoviel kleinere oder größere Ab-schnitte. Ihren Zweck gibt Cassiodor Inst. div. 21 (1136 M.) an ,tam deartibus quam de diseiplinis saecularium ütterarum in seeundo volumine brevitercredidimus admonendos; ut simplieibus viris famuletur etiam mundanarwmperitia litterarum'. In der Vorrede wird nach Erklärung des Wortes liber(nebenbei Varro benutzt) und nach zwei unglücklichen Etymologien von

terarum, ist überhaupt in verschiedenen Be- aber nicht Abt in Vivarium gewesen ist

arbeitungen überliefert, s. G. Laubmann,Münch. SB. 1878, 2,7196.

Die bei Columella und Palladius er

DerTitel wird ganz verschieden wieder-gegeben, wie auch beim früheren Werke,meist litterarum (scripturarum) statt lectio-

wird Aemilianus genannt angegebenen j num. In Gorze s. XI (Rev. bened. 22, 6)

Bücherzahlen sexdecim und duodeeim sindjedenfalls Schreibfehler.

a ) A. Franz a. a. 0. S. 28 hat mit Rechthieraus gefolgert, daß Cassiodorus nur Mönch,

Liber eins qualiter libri divini assumendisunt inlectionibus; 11, 230 Liber CassiodoriSenatoris excerptus de quatuor artibus libe-ralibus.