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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.
im Zusammenhange mit denen in der Bibel und den Schriften der Kirchen-väter war die bedeutendste Neuerung, welche Cassiodor im Mönchslebeneinführte.
Institutio divinarum lectionum (oder litterarum). Im Vorwortspricht Cassiodor über seinen Plan, nach dem Vorbild von Alexandria inJRom eine christliche Universität zu errichten. Da Papst Agapitus denPlan nicht ausführte — er begründete statt dessen in seinem väterlichenHause ad clivum Scauri eine theologische Bibliothek, die später von Gregor I.in sein an derselben Stelle errichtetes Kloster hineinbezogen worden ist 1 ) —so sehe er sich gezwungen ,ut ad vicem magistri introductorios vobis librosistos . . conficerem, per quos . . et scriptum rum divinarum series et saeculctriumlitterarum compendiosa notitia . . panderetur'. In dem Werke selbst beginntCassiodor mit der Aufzählung der biblischen Bücher, zu denen er dieNamen ihrer lateinischen Erklärer stellt. Dann bespricht er die Einteilungder heiligen Schrift nach Hieronymus, Augustin, nach der antiqua trans-latio und nach der Septuaginta 3 ) und stellt in längeren Abschnitten dar,wie die Bibel gelesen und geschrieben werden solle, und welche weiterenHilfsmittel dazu dienen. Bei den Greschichtschreibern der Kirche c. 17,1133 M. erwähnt er 3 ) die von ihm veranlagten Übersetzungen der Anti-quitates des Josephus ; Ut est Josephus pene seeundus Livius in libris Anti-quitatum Iudaicarum . . . hunc tarnen ab amicis nostris . . magno labore inlibris viginti duobus converti feeimus in Latinum' und der Kirchengeschichtedes Sokrates, Sozomenos und Theodoretos ,quos a viro disertissimo Epiphanioin uno corpore duodeeim libris feeimus . . transferri'. Kürzere Abschnittewerden sodann dem Hilarius, Cyprianus, Ambrosius, Hieronymus, Augustinus,Eugippius und Dionysius (Exiguus) gewidmet und die zu lesenden kosmo-graphischen Werke (Julius Orator = J. Honorius, Marcellinus, der Pinaxmundi des Dionysius und Ptolemaeus) erwähnt. Aber auch das formaleElement bei den Studien ist zu berücksichtigen und daher erwähnt Cassiodorin c. 30 eine Reihe von Schriften, die sich mit Orthographie beschäftigen;ihre Mehrzahl ist seitdem verloren gegangen, 4 ) ein Beweis dafür, daß dieErmahnungen des Meisters in dieser Beziehung später vergessen wurden,wofür die zunehmende orthographische Verwilderung im Mittelalter vollesZeugnis ablegt. Hierbei erwähnt er auch sein eigenes Werk De ortho-graphia, das er aber erst, wie die Vorrede ausweist, im 93. Lebensjahregeschrieben hat. 6 ) Wie hoch er gerade orthographische Unterweisung
') Siehe L. Traube, Textgeschichte derRegula Benedicti S. 100.
2 ) Ueber die vier Bibelhss. Cassiodorss.Franz a. a. 0. S. 50 ff.
3 ) Auch den unbekannten ,Marcel-linus etiam quatuor libros de temporumqnalitatibus et positionibus locorwm . . con-ficiens', der auch c. 25, 1139 M. wiederkehrt,Marcellinus quoqne . . gui Constantinopoli-tanam civitatem et urbem Jerosolymommquatuor libellis mlnutissima narratlone de-scripsit.
4 ) Darunter befanden sich auch Schriftenvon Diomedes und Theoctistus, c. 30, 1145 M.r Diomedem quoque et Theoctistum aliqua detali arte (seil, orthographia) conscripisissecomperimus; qni si inventi fuerlnt, vps quo-que eorum deflorata colliyite.
'") Hieraus ergibt sich, daß der Satz c. 30,1145 M. ,magno studio laboris ineubui ut inlibro sequestrato atque composito qui inscri-bUur de orthographia ad vos defloratae re-gulae pervenirenf ein späterer Zusatz ist.Das zweite Buch, die Inst, saecularium ht-