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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

Unter den vier echten Schriften ist die bedeutendste De trinitate, demSymmachus gewidmet. Diese theologischen Schriften genossen im Mittel-alter fast kanonisches Ansehen und wurden daher vielfach kommentiert,besonders aber das Werkchen über die Trinität.

Der älteste Kommentar stammt von keinem Geringeren als von Johannes Scottus understreckt sich nicht auf De fide catholica (Paris. 12957 s. IX. Bern. 265 s. XI. Einsidl. 235s. XI), hrsg. von E. K. Rand, Johannes Scottus p. 3080. Diese Erklärung wurde Denutztvon Heirics Schüler Remigius, der seineu mehr kirchlich gefärbten Kommentar auch aufDe fide catholica erstreckte; diese Arbeit findet sich fast nur entweder allein als Begleitungzu dem Texte oder schon in Verbindung mit der Erklärung des Johannes (Paris. 12949 s. IX.Bern. 510 + 517 A s. IX. Bamb. Q.VI. 32 s. IX/X. 1 ) Laurent. XXIII, 12 s. X u. a.); die Glossenzum Tr. IV teilweise hrsg. von E. K. Rand a. a. 0. S. 99106. Berühmt wurde im 12. Jahrh.die Erklärung des Gilbertus Porretanus, die auch schon in alten Katalogen genannt wird,nämlich s. XII in Bec und Salzburg, wahrscheinlich in St. Amand, Corbie und s. XIII beiRichard von Fournival und in Rolduc (Paris. 18082. 16341. 16342. Monac. 18478 s.XII; 15824s. XIII. Bamberg. Q. VI. 30 s.XII. Valentian. 189 s.XII). Andere Kommentare stehen imMonac. 11314 s. XI/XII und 2580 s. XII f. 167. Gegen Gilberts Erklärung richtete seinZeitgenosse Clarembaldus von Arras seinen Kommentar, der im Valentian. 185 s. XIII in.f. 927 erhalten ist. Eine andere Erklärung ist zwischen Godefrid von Auxerre und Ead-mundus Albanus streitig. Der angebliche Kommentar des Thomas von Aquino wird schonin päpstlichen Bibliotheken, nämlich 1369 zu Avignon und 1455 bei Nicolaus V (hier mitder Erklärung zu De ebdomadibus) genannt. IIss. der theologischen Werke s. Peiperp. XVIIIIff., Rand a. a. O. S. 412 f. Ausgabe bei Peiper p. 149218.

Gesamtausgaben: Basileae 1546. 1570. Migne 63. 64. Ueber Subskriptionen in den Hss.s. O. Jahn, Leipz. Sitzber. 1851, 354 und G. Schepss, Bl. f. d. bayr. Gymn. 24, 1929. -H. F. Stewart, Boethius. An Essay. Edinburg 1891. V. di Giovanni, Boezio filosofo ed isuoi imitatori, Palermo 1880. Teuffel-Schwabe §478. Ebert 1485497. Roger S. 190f.

Fälschlich beigelegte Werke: außer den schon erwähnten De defmitio-

nibus und De fide catholica das Werk des Alanus Liber regularum theologiae,

das im späteren Mittelalter Boetius de hebdomadibus genannt wurde; die

Verwechslung scheint in Frankreich aufgekommen zu sein, da sie wohl

zuerst dort in alten Katalogen (Paris Domkapitel s.XIII, Eichard von Fournival

1250 u. a.) begegnet. Ferner die Schrift De disciplina scholarium, die

gewöhnlich wohl falsch dem Thomas Cantimpratensis beigelegt wird; soviel

ich sehe, wird sie zuerst im Katalog von Glastonbury 1247 dem Boethius

zugeschrieben; schon im 14. Jahrhundert werden Kommentare dazu erwähnt,

nämlich in Canterbury 12851331 und in Oberaltaich 1348; vgl. hierzu

die Aufschrift im Monac. 18404 s. XLV f. 172193.

2. Cassiodorus Senator.

Flavius Magnus Aurelius Cassiodorus Senator stammt aus Scyllacium(Squillace) in Bruttien, wo er etwa 490 oder einige Jahre früher geborenwurde. Schon seine Vorfahren waren bedeutende Männer gewesen undhatten sich vielfach ausgezeichnet. Während aber seine berühmten AhnenItalien vor den Vandalen und Hunnen geschützt hatten, war schon seinVater in den Dienst Odovakars getreten, und er selbst war nach Lageder Verhältnisse wohl frühzeitig zu der Überzeugung gekommen, daß dasRömertum nur noch im engen Bunde mit den Germanen gedeihen könne.

Predigt exzerpiert (im Vindob. 1370 s. IX) s.

Schepss, Ztschr. f. wiss.Theol.38,269278.

x ) Siehe hierzu P. Leitschuh, Katalog

der Hss. d. kgl. Bibl. zu Bamberg 1,1, 407 undVorbemerkungen.