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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
Entstehung
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Boethius. 3 1

Gegenstand hinweggeeilt seien; da lateinische Bearbeitungen überhaupt

fehlten, so habe er eine solche übernommen, indem er die Schriften seiner

griechischen Vorgänger ergänzen wolle.

Das Werk, mit dem Boethius die lateinische Literatur bereicherte, war ebenfalls selten. 1 )es wird genannt bei einem Bernardus s. XI, in Toul s. XI, Cluni und St. Amand s. XII, Rolducund bei Richard von Fournival s. XIII, in der Sorbonne und in Lanthony s. XIV. Hss.: Monac.6370 s. X f. 26, 6372 s. X/XI f. 96, 14272 s. X/XI f. 137, 14779 s. XII f. 67. Kritisches von6. Schepss, Bl. f. d. bayr. Gymn. 1897, 252. Ausführliche Inhaltsangabe bei Prantl 1,700720.

7. De divisione. Die kleine Schrift stützt sich hauptsächlich auf

Porphyrius und vielleicht auf Andronicus. 2 )

Sie wurde im Mittelalter häufig gelesen. Doch sind Hss. seltener, z. B. Monac. 6372s. X/XI f. 30; Berol. Meerm. 174 s. X/XI f. 61.

8. Schriften zur Topik. Boethius begann hierbei mit der Über-setzung der Topik des Aristoteles, die vollständig erhalten ist, währendder Kommentar dazu verloren ging. Das Werk wurde, wie die übrigen,im Mittelalter viel benutzt und war daher sehr verbreitet, die ältestenbekannten Aufschriften sind aus Egmond und S. Emmeram s. X, es folgens. XI ein Bernardus und Puy (im ganzen zwanzig Aufschriften). EinKommentar dazu wird in Rolduc s. XIII erwähnt. Hieran schloß sichdie Übersetzung der elenchi sophistici des Aristoteles in zwei Büchern,eine Schrift, die nur von Richard von Fournival s. XIII erwähnt zu werdenscheint. Zu Ciceros Topik schrieb Boethius einen Kommentar, der nurbis c. 76 3 ) reicht, da nur fünf Bücher und ein kleiner Teil des sechstenerhalten sind. Auch dieses Werk, das den Kommentar des Victorinus er-gänzen soll Secl cum in M. Tullii Topica Markts Victorinus rhetor . . .commenta conscripserit, non nie oportuisset melioribus forsitan attemptatacontingere, nisi esset aliquid quo se noster quoque labor exercere atque parerepotuisset, wurde in späteren Zeiten stark benutzt und abgeschrieben(zuerst erwähnt von Lupus von Ferneres s. IX, dann s. XI bei einemBernardus, in Tegernsee, Gorze und Toul).

Hss.: Monac. 6341 s. X f. 61; 14272 s. X/XI f. 94; 6367 s. XI f. 26; 14372 s. XI f. 26;hrsg. von Orelli Cic. opera 5, 1, 269.

Die Schrift De differentiis topicis in vier Büchern bedeutet zwar ansich keine Bereicherung der Wissenschaft, sie ist aber sowohl an sich wiein dem von Cassiodor gemachten Auszuge, auf dem er seine Dialecticahauptsächlich basiert hat, im Mittelalter für das Studium der Dialektikund Rhetorik wichtig geworden; 4 ) vgl. Prantl a. a. O. S. 720 ff.; genanntwird sie erst saec. XI und zwar in Gorze, Toul, Tegernsee u. a.

Hss.: Monac. 6370 s. X; 6371 s. X; 6372 s. X/XI; 14779 s. XII. Aus diesem Werkewerden auch Exzerpte des 4. Buches selbständig überliefert, nämlich im Monac. 6371 und6372 ,Communis speculatio de rhetoricae cognatione' und ,Locorum rhetoricorum distinctio'; 5 )

1 ) Roger Baco erwähnt im opus tertium 4 ) Im Vatic. 207 f. 257 und in vielen an-c.l (ed. Brewerp. 11) eine Stelle aus dem Pro- deren Hss. (nach den Hss. in München ge-loge. Griechische Uebersetzung von Manuel druckt von Wegelin, Augsburg 1604) findetHolobolos (s. XIII) im Vatic. 207 f. 273, s. By- sich die griechische Uebersetzung Bosxiov cpäo-zant. Ztschr. 5, 553. ooq?ov xsgi xoxwr SioXshtcixcov &iaioFoig von

2 ) Siehe Prantl a. a. O. 1. 686 f. Manuel Holobolos (nicht von Maximus Planu-s ) Mittelalterlich ist die Fortsetzung bis des, der die Consolatiophilosophiae übersetzte),

c. 77 im Paris. 7711 s. XII (Orelli p. 390), s. s. Byzant. Zeitschr. 5, 553559.

Stangl, Jahrb. 127, 193. 285. '") Diese beiden Traktate werden schon