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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

Schriften 5, 190 ,et transtuli nuptias plülologiae et cathegorias Aristotelis et pergermenias.Die Uebersetzung 1 ) steht im Sangall. 818 s. XI p. 3 ff., wo beide Texte stets miteinanderabwechseln, außerdem im Sangall. 825 s. XI p. 275 ff. Ausg. Basil. p. 112214. Migne 64,159.Kritisches von G. Schepss, Bl. f. d. bayr. Gymn. 1897, 252.

3. In librum Aristotelis de interpretatione. Die der Übersetzungfolgende Bearbeitung hat Boethius um das Jahr 510 (507509 nach Usener,Deutsche Litztg. 1880, 370; nach S. Brandt a. a. O. nach 510) in zwei Aus-gaben veröffentlicht; die eine kürzere in zwei Büchern ist elementar gehaltenund für Anfänger bestimmt, die andere ausführliche in sechs Büchern ver-folgt wissenschaftliche Ziele. Diese letztere ist die bedeutendste logischeSchrift des Boethius, der der Nachwelt darin ein für die ganze Folgezeitwichtiges Denkmal seines Fleißes hinterlassen hat. Boethius hält im An-fang der Vorrede Umschau über die Literatur 2 ) und erwähnt hierbei(tom.II, 3, 7 Meiser) den sonst unbekannten Vetius Praetextatus, dessenÜbersetzertätigkeit charakterisiert wird . . nisi quod Vetius Praetextatuspriores postremosque analyticos non vertendo Aristotelem Latino sermonitradidit sed trctnsferendo Themistium, quod gut utrosque legit faclle in-tellegit. Die Quellen sind hauptsächlich Porphyrius und Syrianus.

In den Aufschriften erscheint das Werk zuerst s. IX wohl zu Murbach, 3 ) s. X in Fleuryund bei Gerbert. Uebertragen wurde es von Notker ins Deutsche, s. oben. Hss. I: Monac.6374 s. IX. 14377 s. X. 18479 s. XI. 14401 s. XI. Sangall. 820 s. X. 817 s. XI. II: Vindob. 80s. X. Monac. 6366 s. XL 18479 s. XL 14582 s. XL Paris. 12960 s. IX. Colon. 191 s. XI: vgl.Meisers Ausgabe I, VII ff. und II, III ff. Ausgaben: ed. Basil. p. 215 ff.; Migne 64, 293. 393;rec. C. Meiser, Lips. 1877. 1880. Prantl, Gesch. d.JLogik I, 690ff.

4. Priora und posteriora analytica des Aristoteles. Jede der

beiden Schriften des Aristoteles hat Boethius in zwei Büchern übersetzt

und kommentiert.

Das Werk wird in alten Katalogen nur selten genannt, 4 ) nämlich nur in Bamberg (?)s. XI, Bngelberg 1175, Glastonbury 1247 (?), bei Richard von Fournival 1250, in Barcelonas. XIII (?) und in Bordesholm 1488, und auch von diesen Aufschriften sind einige unsicher.Danach sind auch Hss. heute selten.

5. De syllogismo categorico und Introductio. Die Schrift über

die kategorischen Schlüsse in zwei Büchern ist hauptsächlich aus Aristoteles 5 )

und Porphyrius geschöpft.

Auch sie gehört zu den wenig genannten Werken des Boethius und fand sich nur inToul s. XI, bei einem Bernardus s. XI, in Reinhardsbrunn, Rouen und Corbie s. XII, beiRichard von Fournival 1250, in der Sorbonne 1338 und in Prüfening 1347. Die Introductiowird nur in Egmond s. X(?) und in St. Amand s. XII erwähnt. Hss.: die Introductio imMonac. 6370 s. X f. 9 und 6372 s. X/XI f. 45; das Werk Monac. 6370 s. X f. 16; 6372 s. XXIf. 69; Colon. 190 s. XL

6. De syllogismo hypothetico. In der Einleitung klärt Boethiusden Adressaten auf, daß Aristoteles über die hypothetischen Schlüsse nichtshinterlassen habe und daß Theophrast und Eudemus flüchtig über diesen

*) Siehe Jourdain, Recherches crit. surl'äge et l'origine des traductions latines d'Ari-stote (1843) S. 285.

2 ) G.Lehnert weist Phil.59,574ff.nach,daß dem Werke Zitate aus Terenz, Cicero undVergil einverwebt sind, und glaubt, daß siegemeinsamer Quelle entstammen, aus derBoethius auch grammatische und rhetorischeStücke schöpfte.

3 ) Benutzt wird es z. B. von Otto vonFreising chron. 2, 8 (MG. SS. 20, 147) und

gesta Frid. 1, 5 (ed.Waitz p. 13).

4 ) Auch Prantl, Gesch. d. Logik 2,4 sagt.daß diese Werke nicht vor dem 11. Jahrb.. be-kannt wurden.

6 ) Anmaßend ist das Urteil über Aristo-teles in der Einleitung (Migne 64) 793 C si quidsuo more Aristoteles nomintim verborumquemutatione turbavit, nos intelligentiae servientesad consnetum vocabulnm reducamus etc. SiehePrantl a. a. O. I, 595 ff.