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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

Iheodericus occklit. Von solcher Auffassung Theoderichs ist auch die Vita Boethi durch-drungen, die sich in vielen Hss. seit s. XI findet und von Peiper p. XXXI ff. abgedruckt ist;sie vereinigt Dichtung mit Wahrem.Vgl.Manso, Gesch. d. ostgot. Reichs 158 ff. Hodgkin,Italy and her invaders III, 522ff. Teuffei § 478, 1. Pauly-Wissowa III, 596f. Boncom-pagni in Mem. d. R. acad. d. sei. di Torino Ser. 2 t. 5,137. Biraghi, Boezio filosofo teologomartire a Calvenzano Milanese, Milanö 1865. G. A.L. Baur, Boetius und Dante, Leipzig 1873,S. 1521. M. L. Hartmann, Gesch. Italiens im Mittelalter 1, 195198.

I. Schriften zum Quadrivium. 1 )

Institutio arithmetica. p. 4, 28 Fr.artissima meinet ipse trans-

lationis lege constringo seel paululum liberius evagatus alleno itineri non vestigiis

insisto. Nam et ea quae de numeris a Nicomacho diffusius disputata sunt,

moderata brevitate coüegi et quae transcursa velocius angustiorem intelleg entiae

praestabant aditum medioeri adiectione reseravi, vt aliquando ad evidenüam

rerum nosfris etiam formidis ac descriptionibus uteremur". Die Arithmetik

ist das älteste 2 ) unter den wissenschaftlichen Werken des Boethius und

ganz nach Mcomachus von Gerasa gearbeitet. Doch enthält sie mehrfache

Kürzungen und auch Erklärungen der Vorlage, freilich ohne eigenen Wert.

Also schon hier tritt des Boethius typische Arbeitsweise deutlich hervor,

die die griechischen Originale nicht nur durch Übersetzung dem römischen

Vorstellungskreise nahe zu bringen suchte. 3 ) Das Werk zerfällt in zwei

Bücher von 32 und 54 Kapiteln. Die Hauptabschnitte sind: Die Zahl an

sich, die Zahlen in Beziehung aufeinander, die figurierten Zahlen und die

Proportionen oder Verhältnisgleichungen. 4 )

Ueb erlief erung. In der karolingischen Zeit wird das Werk nicht selten genannt. 5 )so in St. Gallen (Becker 22, 14), Reichenau (B. 6. 356. 357), Murbach (Straßb. Philvers. S. 279,211), Lorsch (B. 37, 527.423 = 38, 79 = Vatic. Pal. 1341 s. IX). Das Werk befand sich alsoin Deutschland, als es Gerbert an Otto aus Italien sandte. Eine unmittelbare und zwar diebeste Abschrift dieses Exemplars sieht H. Düker (a. a. 0. S. 10) in der Hs. zu Hildesheim(nach ihm S. 4 vielleicht von Bischof Bernward durchkorrigiert), die wohl auf lombardischerVorlage beruht (S. 9) und weder Abschrift einer der Hss. Friedleins ist. noch diesen zur Vor-lage diente (s. X ex. bis XI in., unvollständig). Aelteste Hs. die Turiner (Bobienser) Fragmentes. VI. teils kollationiert, teils hrsg. von G. Götz und G. Löwe, Leipz. Stud. 1, 379; sie zeigen,daß die Ueberlieferung des Werkes sonst gut ist. Benutzt wurden von Friedlein: Bamberg.HJ. IV. 1114 s. X und XI. Monac. 3517 s. IXX, 6405 und 18480 s. XI, 14601 s. XII, sowieein Fragment s. XI von Kassel (daraus 2, 754 zum Teil hrsg. von C. F.Weber, Progr. d. Lj'c.Fridoric. zu Kassel 1847 S. 40-47). Unbenutzt blieben Sangall. 248 s. IX; Einsidl. 358 s. X;Bern. 538 s. XI und F. 219 s. X (beide unvollständig), 212 s. IX X Breviarium ex libro arith-meticae diseiplinae, 87 a. 1004 andere Auszüge 6 ) mit der Vorrede: Nos tarnen quae de numerisa Nicomacho diffusius disputata sunt vel a Varrone de menswis ostenta sunt moderatabrevitate collegimus (über die Berner Hss. s. F. Gustavson, Acta soc. scient. Fennicae XI,.342 ff.); Monac. 18764 s. X (von Froumund geschrieben, mit Scholien und Glossen). 14401s. XI, 13021 s. XII; Colon. LXXXIII s. IXX. LXXXV s.X, LXXXVI s.IX; Dresd. De 181s. XII. Ausgabe von G. Friedlein, Lips. 1867, Teubn.

') Hohes Lob erfährt die mathematischeSchriftstellerei des Boethius durch Cassiodorim Anec. Holderi S. 4, 17 sed in . . . mathe-maticis diseiplinis talis fuit ut antiquos auc-toves aut aequiperaret aut vinceret.

') Inst. ar. p. 5, 6 Fr. de arithmetica quaeest prima conscriberem; ib. 5, 22 laboris meiprimitias.

3 ) Kritik seiner Arbeit bei Cantor, Vor-lesungen 1. 491:Gerade den feinsten arith-metischen Dingen ist er aus dem Wege ge-gangen."

4 ) H.Düker, DerLib.math. des H.Bern-

ward v. Hildesheim (1875) S. 1118.

5 ) Erwähnt wird das Werk von Hrabande computo c. 1 (Migne 107, 671) und von Lu-pus von Ferneres in Brief 5, wo Stellen aus 1,4 und 31, 2, 2 und 25 zitiert werden. Vor Ger-bert wird das Werk auch benutzt in den Ko-mödien der Hrotsvit Pafnutius 1, 6.12.13 undSapientia 3, 1321 (ed. v.Winterfeld p. 163 ff.184187). Im Pafnutius ist an denselben Stel-len auch die Inst. mus. benutzt. Hier wirdBoethische Arithmetik und Musik vorgetragen.

6 ) In Verbindung mit der Geometrie undvielen Auszügen aus den Gromatikern.