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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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vorgenommen wurden, gelangte der genannte Forscher unter andernzu folgenden Schlüssen:

1) Die untere Orbitalspalte zeigt drei verschiedene Haupttypen:einen mittelmässigen Typus, der ziemlich gewöhnlich ist, einen riesigenund einen sehr Meinen Typus, die beide gleich selten.

2) Die Grösse der Spheno-Mascellar-Spalte ist in Wirklich-keit kein Zeichen der Inferiorität. Spalten von einer gewissenWeite finden sich, sei es als Normalcharakter, sei es als individuelleVarietät, eher häufiger bei den hohen als bei den niedrigen Rassen,und bei den Nichtdegenerierten öfter und ausgesprochener als beiden Wahnsinnigen.

3) Die untere Orbitalspalte, die an den früheren Zusammen-hang zwischen Augenhöhle und Schläfengrube erinnert und im all-gemeinen ein atavistisches Residuum darstellt, das bestimmt ist zuverschwinden, erfreut sich bei den Affen einer beträchtlicheren Ver-ringerung als beim Menschen; unter diesem eigentümlichen Gesichts-punkte würde also der Affe als ein höher entwickeltes Geschöpferscheinen als der Mensch.

4) Ein affenartiger Typus ist also beim Menschen nicht so-wohl in den gigantischen Formen, zu denen es keine genauenphylogenetischen Gegenstücke giebt, sondern vielmehr in den äusserstengen zu erkennen, die auch in ihrer eigentümlichen Zeichnung andie des Orang und Gorilla erinnern.

5) Die gigantischen Spalten sind deshalb nicht weniger anor-mal, insofern als sie eine Entwicklungshemmung darstellen und Ge-stalt und Dimensionen der kindlichen Spalte 1 ) bewahren.

Was die Abweichungen der Form betrifft, so beobachtet manfür die Spalten der beiden Augenhöhlen ein Gesetz konstanterSymmetrie, ebenso wie für die Struktur und die Masse. Die ge-wöhnlichste und eigentlich menschliche Gestalt wäre die kexüen-förmige, die bei Spalten von mittelmässigen Dimensionen am häufigstenvorkommt. Bei kleinen Spalten (wie sie bei den Anthropoidenhäufig) würde die gradlinige Gestalt vorwiegen. Die Spalten derNeugeborenen und der Foetus sind gross und zeigen mehr einfacheKonturen; bei den Wahnsinnigen ergiebt sich aus der Prüfung derReihen ein Vorwiegen kleiner (affenähnlicher) Spalten, mit einer un-beträchtlichen Zahl kindlicher Spalten; der charakteristische Typusist ein klein wenig kleiner als bei den Normalen. Dieselbe That-sache zeigt sich in der Reihe der Papuaner, weniger ausgesprochenbei den Peruanern, wieder deutlicher bei 14 Feuerländern, abernicht bei den Negern (22,8 kindliche und 3 affenartige); als Ge-samtergebnis würden wir indessen bei den niedrigsten Rassen, gleichwie bei den Wahnsinnigen, ein höheres Kontingent pitheeoider~i) Tanzi, 1. c. S. 2930.