X. Kapitel.
Epilepsie.
1. Anomalien des Gesichtsfeldes. — Bei 10 von 15Epileptikern, die Ottolenglii in der Zeit, wo sie keine Anfällehatten, studierte, war das Gesichtsfeld beschränkt: bei 8 vertikaleHemiopie, dreimal heteronym. bei 10 war die perimetrische Liniestark gebrochen, der Umfang des Gesichtsfeldes also sehr unregel-mässig, bei 7 fanden sich echte periphere Skotome. Nur in einemFall hatte das Gesichtsfeld eine gequetschte Gestalt. In 6 Fällenwar das Gesichtsfeld auf beiden Aiigen gleich beschränkt, in 5mehr rechts.
In Figur 30 geben wir ein charakteristisches Beispiel des Ge-sichtsfeldes eines Epileptikers, während er keinen Anfall hat.
Bei vieren wurde das Gesichtsfeld auch für die Farben unter-sucht und beschränkt gefunden; doch folgt es in nicht sehr grossemAbstand den Grenzen des "Weiss.
Bei 8 an epileptischen Knaben vorgenommenen Untersuchungenfand sich 5mal das Gesichtsfeld merklich beschränkt an beidenAugen. 4mal war die Peripherie sehr unregelmässig. 2mal zeigte-sie mehr oder weniger markierte Wellenlinien. 7 mal mehr oderweniger tiefe periphere Skotome. 3mal partielle untere Hemiopie.Dieses Resultat stimmt mit dem Befund bei jugendlichen Verbrechernüberein — nur ist bei den epileptischen Knaben das Gesichtsfeldnoch anormaler — und beweist die Äquivalenz von Epilepsieund Kriminalität schon für das frühe Lebensalter (Oiornale dellaR. Accad. di mediana. Turin. 1890. No. 11—12).
2. Jd. — Dr. Pari sott i (Studio comparativo del campo visivo dineuropatici e psicopatici: Bolletino della R. Accad. di Med. di Roma)hat 49 Epileptiker untersucht, von denen 33 nur Epilepsie; 4