VIII. Kapitel.
Biologische und psychische Funktionender Verbrecher.
1. Anomalien des Gesichtsfeldes. - - Männliche Ver-brecher. — Ottole nglii untersuchte das Gesichtsfeld für "Weisshei 23 geborenen Verbrechern (Anomalie del campo visivo. Turin,Bocca. 1890) und fand bei 22 das Gesichtsfeld beschränkt, teils ander äusseren Hälfte, teils an der inneren, bei 13 mehr rechts,bei 6 mein - links, bei 4 fand es sich in sehr starkem Grade ver-ringert, bei 21 war die Peripherie des Gesichtsfeldes von einer ünrRegelmässig gebrochenen Linie gebildet, so dass in 12 Fällen echte
periphere Skotome entstanden, bei 11 zeigte sieb eine mehr oderweniger ausgesprochene partielle, vertikale, heteronyme Hemiopie.bei 6 eine partielle homonyme Hemiopie. (Siehe das Gesichtsfelddes geborenen Verbrechers, Fig. 27.)
Er beschäftigt sich besonders eingehend mit der Unregel-mässigkeit der Peripherie des Gesichtsfeldes, ein Charakteristikum.das bis dahin noch von niemand beobachtet worden, das sich abersehr häufig bei Verbrechern, und wie wir in der Folge sehen wer-den, auch bei den Epileptikern zeigen soll; während es sich beiNormalen. Hysterikern, und Neurasthenikcrn nur ausnahmsweisefindet. Diese Unregelmässigkeit der peripheren Gesichtsgrenze rührtdaher, dass die äussersten Punkte, in denen das Bild noch pereipiertwird, in den verschiedenen, ja sogar in den nebeneinandcrliegendenMeridianen sehr stark variieren, so dass die Linie, die diese Punktemit einander verbindet und so die äussere Grenze des Gesichts-feldes bildet, nicht als mehr oder minder regelmässige Kurve, sondernals eine mehr oder weniger gebrochene, mit mehr oder wenigertiefen Einbuchtungen versehene Linie erscheint.