I. Kapitel.
Der Schädel bei normalen Individuen und beiden Anthropoiden.
Die Kriininalanthropologen, die gleich von Anbeginn an denEinfluss des Atavismus auf die bei den Verbrechern am häufigstenauftretenden Anomalien geahnt hatten, erkannten, dass diese Ano-malien nie die Wichtigkeit und den Platz, den sie in der Wissen-schaft einnehmen sollten, erlangt haben würden, wenn den dahin-gehenden Untersuchungen nicht solche an normalen Menschen des-selben Landes und, wenn möglich, auch an Wilden und AnthropoidenTorangegangen wären.
I Anomalien bei den Primeden. — Dr. Maccabruni (Ricerclienegli antropoidi di aleuni caratteri craniologici ritenuti come dege-nerativi nell' uomo, 1890) untersuchte 1) die mittlere Stirnnaht;2) das Verwachsen der Nähte; 3) die Einfachheit der gezahntenNähte; 4) das Vorkommen wormianischer Knochen; 5) die medianeHinterhauptgrube; 6) die Fälle von Asymmetrie, — an 45 im MuseoCivico in Genua aufbewahrten Schädeln, von denen32 vom Orang (S. Satyrus),
3 vom Schimpanse (Troglodytes niger),
4 vom Gorilla (Troglodytes gorilla),6 vom Gibbon (Hylobates)
stammen.
1) Mittlere Stirnnaht. — Die mittlere Stirnnaht fehlte beiallen.
Lombroso, Verbrecherstudien. 1