XIII. Kapitel.
Zellengefängnisse und Strafkolonien.
1. Zellengefängnisse. — Als wir uns mit den ..Palimpsesten"beschäftigten, haben wir Ton den Verbrechern selber erfahrenkönnen, wie wenig nützlich die Zellengefängnisse sind. Hören wirnun. was ein anderer Gefangener darüber sagt, der kein Verbrecher,sondern ein Politiker war-, nämlich Gauthier. 1 )
„Gleich wie das Turnen — schreibt er — nicht nur dasVolumen und die Kontraktibilität der Muskeln, sondern bis zu einemgewissen Grade auch ihre Gestalt und ihre gegenseitige Lage (dasbeweisen die phantastischen Dislokationen der Clowns), ja sogar ihrechemische Zusammensetzung zu ändern vermag; so müssen auch dieunkorrekte Lebensweise in den Gefängnissen, das durch eine stetigelästige Disciplin zum Automaten herabgedrückte Dasein, das mitden abscheulichsten Scheusslichkeiten in Berührung kommt, dieEinförmigkeit der Eindrücke, die stets vorherrschende Furcht undLangweile, die Nahrung, die erzwungene Schweigsamkeit, ja sogardie Art der Beleuchtung — was weiss ich? — jenes fahle undfalsche Licht, das den Gängen und Höfen der Gefängnisse (preaux)eigen ist. meiner Meinung nach mit der Zeit auf das Gesicht unddie Pupillen, wie auf das Hirn und die Gedanken der Inhaftierteneinwirken und schliesslich jene eigenartigen Mundfalten, jenesfinstere Zusammenziehen der Augenbrauen, jenes tic-artige Grimassen-schneiden, jenen finsteren Blick und jene eigenartigen Körper-haltungen und Gebärden hervorrufen, die uns so sehr in Erstaunensetzen.
!) Le monde des prisons. — Paris, 1888.