III. Kapitel.
Gehirn und Eingeweide der Verbrecher.
1. Gehirn. — An 112 von Fallot (Bulletin de la Societed'anthropologie, 1889), Benedikt, Tenchini, Willich und Min-gazzini untersuchten Verbrechergehirnen fand sich:
5 mal bildet der Hinterhauptlappen ein Opcrculum;
die bei Normalen sehr selten vorkommende Vertiefung derzweiten Übergangswindung fand sich bei 33°/o der Verbrecher;
7 mal Trennung der Fissura calcarina, die bei Normalen imVerhältnis von 10% vorkommt, unter zwölf Negern einmal.
2. Id — Dr. Tenchini (Cervelü di delinquenti, Bd. 1. 2—3;Archivio di psichiatria, anthrbp. e scienze pen., XII.. Seite 573) teiltUns das Resultat seiner an der Medianoberfiäche der Gehirnhemi-sphären von 130 Verbrechergehirnen gemachten Beobachtungen mit.Es wäre ganz unmöglich, dem Autor hier in seiner minutiösen Prü-fung aller Varietäten der Furchen und Windungen dieser Flächezu folgen; wir werden daher nur über diejenigen Varietäten be-richten, bei denen sich ein degenerativer Charakter oder wenig-stens eine ganz ungewöhnliche Anlage nicht verkennen lässt.
1) Auftreten einer überzähligen Stirnwindung in 7 Fällen.Darunter versteht der Autor eine Windung, die zwischen der vor-deren Extremität des g. corporis callosi und dem g. fronto-parietalis-medialis entspringt, mit diesen beiden, zwischen denen sie einge-bettet, verläuft und fast immer in der inneren Stirnwindung endet.
2) Das Vordringen des s. calloso-marginalis Ms in den hintere)tTeil des Praecuneus, und zwar im Verhältnis von 29%. Diese Vari-etät ist von unzweifelhafter phylogenetischer Bedeutung, weil siesich der gebogenen Anordnung der Affenspalte nähert. Von noch