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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
Entstehung
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bewegte, sondern jener Andere, jener Unbekannte, den er schon oftin seinem von erblichen Blutdurst versengten Busen sich hatte regenfühlen."

Die Gegenstände, die ihn umgaben, erschienen ihm alle wiein einem Traum, sein alltäglicher Lebenslauf war wie vernichtet,seine Persönlichkeit war ausgelöscht; er ging einher wie ein Schlaf-wandler, ohne Erinnerung an die Vergangenheit, ohne Vorbedachtfür die Zukunft. Im Bann seines unbezwinglichen Mordtriebes warer den beiden Damen gefolgt, um sie zu töten. So war er an derSeine angelangt, ohne zu wissen warum? und was er that. Daseinzige, woran er sich erinnerte, war, dass er das Messer von sichgeschleudert hatte. Er musste schon viele Stunden lang herumgeirrt sein. Leute und Häuserreihen zogen schattenhaft an ihmvorbei. Er musste in irgend eine Kneipe eingekehrt sein, um etwaszu essen; denn er.erinnerte sich an ein paar weisse Teller und anein rotes Plakat; und dann versank alles in einem schwarzen Schlund,im Nichts, wo er vielleicht schon seit Jahrhunderten unthätig ge-legen. Als er aus diesem Zustand erwachte, befand er sich in seinemZimmer, quer über das Bett hingestreckt; der Instinkt hatte ihnhierher geleitet wie einen Hund nach seinem Lager. Er erwachteaus einem bleiernen Schlaf, der wer kann es wissen? viel-leicht Stunden, vielleicht Tage gedauert hatte und nun kehrte ihmdas Gedächtnis mit einem Male wieder zurück."

Ich habe niemals eine vollkommenere Schilderung des Zu-standes, den ich als einen kriminalistisch - epileptischen Schwindelbezeichne, gefunden (Seite 301, 303, 313). Aber auch hier zeigtsich ein aus ziemlich übelberatener Gelehrsamkeit hervorgehenderIrrtum. So erklärt er zu verschiedenen Malen diese halb sexuellen,halb blutdürstigen Triebe aus einem Atavismus eigener Erfindung,nämlich aus dem Bedürfnis, das thrrecht zu vergelten, das die Weiberam Höhlenmenschen verübt. Hier liegt ein thatsächlicher Irrtumvor; die Weiber der Urzeit haben keinerlei Unrecht an den Männernbegangen; sie waren ja die schwächeren und deshalb eher ihre Opfer.Diese blutig sexuellen Triebe lassen sich aus einem ganz anderenAtavismus erklären, der bis in die niedrigsten Tiere hinaufreicht,nämlich aus dem Kampf der Bivalen um den Besitz des Weibchens,das naturgemäss dem Stärksten anheimfiel, und aus den Verwundungen,die nicht selten auch dem Weibchen beigebracht wurden, um es demWillen des Mannes gefügig, um es zu seiner Sklavin zu machen.Diese Kämpfe und Verwundungen klingen noch in der römischenGeschichte (Eaub der Sabinerinnen) und in manchen unserer Hoch-zeitsgebräuche nach (De Gubernatis, Riti nuziali).

Ferner muss ich noch auf einen anderen technischen Fehleraufmerksam machen, der darin besteht, dass ein degenerierter Epi-