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' des Schutzheiligen desjenigen Sträflings, der sich gerade seinen gutenTag machte."
„Ein solcher, der sich auf diese Weise einen guten Tag machenwollte, zündnte vor dem Heiligenbild eine Kerze an, verrichtetedavor seine Andacht, putzte sich dann und bereitete sich das Fest.Zuvor hatte er schon Fleisch, Fische und Kuchen einkaufen lassen;er stopfte sich dann voll wie ein Ochs, aber fast immer allein; eskam äusserst selten vor, class ein Sträfling einen seiner Kameradenzur leilnahme an seinem Schmause einlud. (Man bemerke hierdiesen an die Wilden oder die Tiere gemahnenden Zug). In solchenAugenblicken spielte dann auch der Schnaps seine Rolle: der Sträf-ling soff wie ein Loch und zog singend von einer Kaserne in dieandere; er wollte allen seinen Kameraden geigen, wie höllisch bezechter war, und sich dadurch in ganz besonderen Respekt setzen."
Hier haben wir wieder diese knabenhafte Eitelkeit, wie ich sieso eingehend beschrieben habe, und die man auch an den Wildenbeobachten kann.
An einer anderen Stelle finden wir noch einen solchen kindi-schen Charakterzug, nämlich die Unfähigkeit, irgend eine Begierdezu unterdrücken : „Über Menschen wie Petroff hat vernünftige Über-legung gar keine Gewalt, weil sie keinen festen Willen haben. So-bald irgend ein Wunsch bei ihnen auftaucht, dann giebt es keinHalten mehr .... Solchen Leuten wohnt von Geburt an irgendeine Idee, irgend ein Gedanke inne, der sie, ohne dass sie es selberwissen, ihr ganzes Leben lang zu den verschiedensten Handlungenantreibt; so taumeln sie einher, bis sie auf irgend einen Gegenstandtreffen, der ihre Begierde mächtig reizt; dann aber setzen sie allesdaran, sogar ihren Kopf. Mehr als einmal sah ich mit Staunen,dass mich Petroff bestahl, obgleich er mir sehr zugethan war. Diespassierte ihm in bestimmten Zwischenräumen. So brachte er meineBibel auf die Seite, die ich ihn nach meinem Platz hatte zurück-tragen heisseu. Er hatte dabei'nur ein paar Schritte weit zu gehen;auf dem kurzen Wege fand er aber doch einen Liebhaber für dasBuch, verkaufte es ihm und legte das dafür erhaltene Geld sogleichin Schnaps an. Wahrscheinlich fühlte er an jenem Tage ein un-widerstehliches Gelüste zum Trinken, und weiln er irgend ein Ge-lüste hatte, so musste es unter allen Umständen befriedigt werden.Ein Kerl wie dieser Petroff ist imstande, einen Menschen für fünf-undzwanzig Kopeken zu ermorden, nur weil er gerade einen halbenLiter trinken möchte: bei jeder anderen Gelegenheit würde er viel-leicht hunderttausende von Kübeln verächtlich von sich weisen.Am selben Abend noch gestand er mir den Diebstahl ein, aber ohnejedes Zeichen von Reue oder nur von Verlegenheit, in vollständiggleichgiltigem Tone, 'als ob es sich um einen ganz alltäglichen Vor-