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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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von über 30000 Einwohnern zählt man 1 Rückfälligen auf 207Einwohner, in den Städten mit geringerer Einwohnerzahl 1 auf712 Einwohner.

"Weder die im Gefängnis erhaltenen guten Lehren, noch dieim Arbeitssaal oder in der Einzelhaft verdienten und bis zum Tagder Entlassung aufgesparten paar Groschen schützen den Verbrechervor dem Rückfälligwerden. Dies ist eine Thatsache. die durch alleseit 1836 veröffentlichten Comptes erhärtet wird. Im Jahre 1882waren 8 / lf) der Rückfälligen der Bettelei. Landstreicherei odersonstiger Polizeivergehen beschuldigt, und doch hatten viele vonihnen bei ihrer Entlassung aus dem Gefängnisse eine Summe er-halten, die es ihnen wohl hätte ermöglichen können, sich Arbeitzu suchen. Im Jahre 1862 besassen nur 14 % am Tage ihrer Ent-lassung aus dem Gefängnis über 100 Pranken. 1882 hatten 31 °/ 0diese Summe. Die finanzielle Lage der entlassenen Sträflinge hatsich demnach gebessert: die Zahl der Rückfälligen steigt aber dessen-ungeachtet in gleich schneller Weise.

Auch Jolv ist ganz gleicher Meinung wie wir in Bezug aufden unseligen Einfluss des heutigen Gefängniswesens auf die Rück-fälligkeit.

In anderen Kapiteln untersucht er den Einfluss des Alters,der Familienverhältnisse, der Armut, der Berufsarten u. s. w. aufdie Kriminalität; aber hier macht sich die Methaphysik breit, unddie wenigen angeführten Thatsachen lehren uns nichts Neues. Wirwollen daraus nur konstatieren, dass der Verfasser mit dem. waser über die Zunahme der jugendlichen Verbrecher, den geringenEinfluss der Armut auf das Verbrechen und die verderbliche Ein-wirkung des Alkoholismus und der Betrunkenheit sagt, ganz mitunseren Ansichten übereinstimmt.

J. Jd. Joly sieht in seinem Werke Le combat contre lecrime (Paris. 1892). wo er von der Bekämpfung des Verbrechensspricht, ein. dass dieser Kampf sich nicht einzig und allein mitrepressiven Gesetzen die ultima ratio, an die man sich in derNot anklammern muss ausfechten lässt, sondern viel eher durchReformen und präventive Vorsichtsmassregcln. die das Übel vonGrund aus kurieren und im Keime ersticken, anstatt es dann ersttöten zu wollen, wenn es schon gross gewachsen ist und bereitsviel Unheil angerichtet hat.

Deshalb beschäftigt er sich, bevor er sich mit dem Delinquentenbefasst. mit den Kindern.

Bilden diese armen Wesen, die in der Schande geborenwerden, weder Vater noch Mutter kennen, oder die noch unglück-licheren, die von ihren Eltern verlassen oder misshandelt werden.