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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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verwandeln können, wenigstens so lange in der Statistik das gegen-wärtig beliebte übertriebene Centralisationssystem herrscht.

Im dritten Kapitel untersucht Joly den Einfluss der Aus-wanderung in ihren verschiedenen Formen auf das Verbrechen. Esmangelt ihm indessen hier und im IV. Kapitel an Klarheit undÜbersichtlichkeit; er möchte allzu peinlich genau' analytisch vor-gehen und Avird dadurch dunkel. Man mag sich das Faktum merken,dass je mehr die Einwanderung ständigen Charakter annimmt, sieum so weniger Veranlassung zu Verbrechen gicbt. was sich auchfür die Einwanderung der Ausländer bestätigt und zwar so. dassdie aus den Nachbarstaaten zureisenden Fremden die höchsten Ver-brecherziffera ergeben, wäbrend diese letzteren um so mehr sinken,je weiter das Land, aus dem die Einwanderer kommen, entferntist. So zählte man 1888:23 Bestrafungen auf 1000 Spanier. 19auf 1000 Schweizer. 18 auf 1000 Italiener. 4 auf 1000 Belgier,während die Zahlen für die übrigen Nationen alle bedeutend ge-ringer sind.

Die Rückfälligkeit, die er in einem folgenden Kapitel näherbeleuchtet, befindet sich in fortwährender Zunahme; in den Jahren18561860 zählte man 31 Rückfällige auf 100 Angeklagte, imJahre 1887 stieg ihre Zahl auf 54 %.

Der grösste Zuwachs zeigte sich bei den zu leichteren StrafenVerurteilten. Während die Zahl der rückfälligen Zuchthäusler seit1851 um 53 % gesunken, stieg die Zahl der aus der Haft ent-lassenen um 60°/ 0 . der zu mehr als einem Jahr Gefängnis Ver-urteilten um 95 °/ 0 , der zu weniger als einem Jahr Verurteiltenum 116 °/ 0 . schliesslich ,die der zu Geldstrafen Verurteilten um269 °' 0 . Hierbei bemerkt man im Compte von 1883. dass die Rück-fälligkeit bei dem aus dem Zuchthaus und langer Haft Entlassenenallerdings weniger häufig ist. dass dies aber weniger dem ver-edelnden (?) Einfluss eines langen Gefängnisaufenthaltes zuzuschreibenist, als vielmehr dem Umstände, dass es sich hier vorwiegend um Ver-urteilte handelt, die wegen Verbrechen gegen die Person bestraftwurden, und gerade diese Art von Verbrechen weisen sehr oftauf cholerischen und heftigen Charakter, aber weniger auf eigent-liche Perversität des Fühlens und Denkens hin. Was den Unter-schied zwischen der speeifischen Rückfälligkeit (Wiederholung des;selben Verbrechens) und der Rückfälligkeit im allgemeinen betrifft,so existieren keine Avichtigercn Thatsachen; für 1860 Avurde aus-gerechnet, dass 2 / 5 der Rückfälligen früher das gleiche Vergehenbegangen, das ihre neue Verurteilung veranlasste. Eine ähnlicheUntersuchung Avurde indessen in der Folge, nicht mehr vorgenommen.

Joly zeigt, dass die Rückfälligen mit Vorliebe die grossenVorkehrscentren und ihre Umgebung aufsuchen. In den Städten