Druckschrift 
Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
Entstehung
Seite
228
Einzelbild herunterladen
 

228

Wir wollen uns nicht mit der Aufzählung aller andern Wider-sprüche zwischen den angeführten Thatsachen und den daraus ab-geleiteten Theorien aufhalten, wir würden doch nicht damit fertigwerden. Halten wir uns lieber an den guten Teil des Buches.

Im ersten Kapitel, wo er mehr mit Thatsachen als mit Wortenprunkt, demonstriert er das kontinuierliche Anwachsen der Krimi-nalität in Frankreich. Zwar gilt dieses Anwachsen mehr von denVergehen als von den Verbrechen; doch hält er den unverbesser-lichen Optimisten, deren es bekanntlich bei uns ebenfalls nicht wenigegiebt, vor Augen, dass es ziemlich aufs Gleiche herauskommt, obman eine gegebene Summe mit wenigen grossen Geldstücken odermit einer grossen Quantität kleiner Münzen zahlt. Dazu könntenwir noch bemerken, dass wenn einerseits ein Anwachsen der Zahlder Verbrechen nur eine grössere Intensität bei den Verbrechernanzeigt, andererseits ein Anwachsen der Zahl der Vergehen, die anund für sich schon zahlreicher sind, beweist, dass sich die Be-völkerung zahlreicher an der Kriminalität beteiligt, dass also dasVerbrechertum an Ausdehnung gewinnt und mehr Rekruten anwirbt,wenn auch weniger grausame. Ferner bemerkt er zu dieser Sachenicht mit Unrecht, dass jede Erhöhung der jährlichen Zahl derGesetzesübertretungen sich, wie die Finanzloute zu sagen pflegen,konsolidiert und als erworben bestehen bleibt. Man könnte fastsagen, dass der Geist des Bösen den entsetzlichen Gewinn, den erin guten Jahren einheimst, kapitalisiert, et que les interets qu'il entire, s'ajoutent des lors au revenu annuel de son Industrie. DieAusflüchte derjenigen, die wohl ein Anwachsen der Verbrecherzahlenzugeben, aber dabei behaupten, dass sich die Tragweite der Ver-brechen vermindere, sind also kaum stichhaltig. Man kann vondieser oder joner Schelmenbande sagen, die Kommune, der Strikevon Anzin, die Baukrisis u. s. w. habe die Leute auf den Weg des(Diebstahls getrieben. Gewiss, sagt Joly, aber nachher . . . sind sieeben Spitzbuben geblieben, ja der oder jener von ihnen ist sogarprofessioneller Mörder geworden!

solche, die es infolge ihres Lebens werden; der Grund ist . . . mangelnderKatechismus.

In der That schlägt er folgendes Mittel vor:Quand on voudra quel'ecole moralise, il faudra: que l'ecole la'ique aide materiellement les enfantsdes familles chretiennes ä s'initier a leur religion. qu'elle supplee la famille encela comme dans le reste; que sans penetrer dans le fond des choses, eileveille ä ce que l'enfant se mette en etat de partieiper au eulte et de fairesa premiere communion."

Es ist leicht einzusehen, dass eine solche Entdeckung zu einem Sitz inder französischen Akademie und einer angemessenen Prämie berechtigen musste. Und auch wir geben Millionen für Akademien her, die, leider! nicht vielbesser sind als jene! im Gegenteil!