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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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sind; aber schon das nützt ihm mehr, als wenn er zwischen denvier Wänden seines Studierstübchens orakelt; denn mm kann erwenigstens mit unwiderleglichen Thatsachen beweisen, dass derhygienische Zustand der Gefängnisse, die Qualität der den Gefangenendarin verabreichten Nahrung,, die Art der Arbeit, zu der sie ange-halten werden, alles dazu beitragen, diese Anstalten einem grossenTeil der Übelthäter nicht nur als nicht hassenswert, sondern alshöchst wünschenswert, als ein viel besserer Aufenthalt erscheinenzu lassen, als ihnen jemals in der Freiheit einer blühen würde. 1 )

Es ist nur schade, dass er meistens Schlüsse zieht, die denThatsachen, die er vorbringt, direkt zuwiderlaufen und sich beständigauf den augenscheinlichsten Widersprüchen ertappen lässt. 1 )

Um nur ein Beispiel aus so vielen herauszugreifen, ruft er zuverschiedenen Malen die sittlichende Wirkung derpratique exterieurede la religion" zu Hilfe; er beklagt sich, weil man die Christusbilderaus den Schulen entfernt hat:eine Schule ohne Religion ist nureine Gefahr mehr"; und zu gleicher Zeit weist er auf die Normandiehin, wo das Ansehen der religion exterieure sehr verbreitet unddie Kriminalitätsziffer ungemein hoch ist; er teilt uns den charak-teristischen Spruch der Bewohner der Lozere mit: Lozerien, le cliapeletd'une main et le couteau de lautre: er berichtet uns folgendes Fak-tum, das sich in der Ardeche, einem an die Lozere angrenzendenDepartement, zugetragen hat: Zwei Gruppen von Männern streitenmit grosser Hitze auf einem Marktplatz, und schon haben die einenihre dicken, eisenbeschlagenen Stöcke gegen die anderen erhoben,als mit einem Mal das Angelus von der Kirchenglocke ertönte.Sofort lassen beide Parteien ihre Prügel sinken, nehmen ihre Mützenab, schlagen ein Kreuz und beten das Angelus . . ., sobald sie abermit dem Gebet zu Ende sind, fassen sie ihre Prügel aufs neue, unddie Schlacht geht wieder los, viel schöner als zuvor! Und schliess-lich bemerkt er noch, dass der Religionsunterricht in Frankreichdem weiblichen Geschlecht mit grösserer Sorgfalt, erteilt werde alsdem männlichen; und doch hat sich die Zahl der minderjährigenBestraften nicht verringert, ausser dass sich eine ganz leichte ver-hältnismässige Verminderung bei den 16jährigen jugendlichen Ver-brechern zeigte, aber auf Seite der Knaben.

Und bei alledem weiss er nicht eine einzige Thatsache bei-zubringen, die seine Behauptung wenigstens zum Teil rechtfertigenkönnte. 2 )

J ) Sighele, in seiner Scuolo positira. Neapel 1892.

2 ) Das Verbrechen nimmt in Frankreich zu: Im Jahre 1848 zählte man237 Angeklagte auf 100,000 Einwohner: im Jahre 1888 512 auf 100,000 Ein-wohner. Doch hat der Typus keinen Einnuss, die Natur ebensowenig, dennes giebt Unglückliche und Unglückliche, und die unglücklichen Verbrecher sind

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