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Dieser Stossseufzer ist um so wertvoller, als er aus der Federeines Mannes stammt, der beweisen will, dass das Verbrechen aus-schliesslich ein Produkt des socialen Milieu sei.
Man könnte ferner einwenden, dass die Gesetzgebung mitneuen Bestimmungen auch neue strafbare Handlungen geschaffenhabe, und dies ist richtig. Aber dieselbe Gesetzgebung hat anderenHandlungen auch wieder den Charakter des Verbrechens genommen,sodass sich die Sache in dieser Hinsicht gewissermassen die Wage hält.
Auch behauptet man noch, das Anwachsen der Verbrecher-zahl sei oft nur ein scheinbares; es komme daher, dass die Polizeisich gebessert habe und nun stets eine grössere Anzahl von Fällenaufdecke, die früher der richterlichen Untersuchung entgangen waren.
Wenn aber diejenigen Strafsachen, die wegen Unbekanntschaftder Thäter nicht verfolgt werden konnten, nicht als Gradmesser fürdie "Wachsamkeit der Polizei angesehen werden sollen, so könnenwir uns über das Ergebnis auch nicht gerade sehr freuen, beson-ders wenn wir sehen, dass die Zahl dieser Fälle, die 1825 noch9000 betrug, in den letzten Jahren auf 74098 angewachsen ist.Allerdings hat sich auch die Zahl der Verbrechen im allgemeinenim gleichen Verhältnis vermehrt; wenn man aber das Steigen derDelikte zur Erklärung des Steigens der straflos gebliebenen Hand-lungen anzieht, so kann man sich doch nicht auf den steigendenErfolg der Schutzmassregeln berufen, um das Anwachsen der Ver-brecherzahlen zu erklären.
Wenn man die einzelnen Verbrecherkategorien betrachtet, sofindet man, dass folgende seit 1825 die stärkste Vermehrung erfahren:Diebstähle um 238 °/ 0 , Betrug 323 %, Vertrauensbruch 630 %, Sitt-lichkeitsvergehen 700 °/ 0 . Besonders zeichnen sich Notzucht undAngriffe auf die Scham der Kinder aus, die von 83 im Jahre 1825auf 2592 im Jahre 1880 stiegen. Auch die Zahl der Bankerotteist erheblich gestiegen, von 2000 im Jahre 1840 auf 8000, undbesonders ist ihr Charakter ein schwererer geworden, da> die Zahlder auf das Ansuchen des Bankerottem^ selbst ausgesprochenen sichvermindert, und ebenso das Verhältnis der Aktiven im Vergleichzu den Passiven zusammengeschrumpft. In stetem Steigen begriffenwaren auch Widerstand gegen die Staatsgewalt und Beamten-beleidigung, und man meint, dass dies eine Folge grösseren Frei-heitsdranges sei. Doch bemerkt Joly, was hier sehr zu berück-sichtigen, dass wenigstens 2 /.-, der wegen ähnlicher Vergehen ange-klagten Individuen Trunkenbolde siud.
Im zweiten Kapitel wirft Joly einen Blick auf die Art undWeise, wie sich das Verbrechen auf die einzelnen Departementevorteilt. Natürlich sind die Zahlen der einzelnen Departementeverhältnismässig ziemlich verschieden. Von 1878 bis 1887 betrug