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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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schliesslich der Verbrecherwelt eigen ist, so tritt sie auch natür-lich in anderer Art und mit anderem Erfolg bei den ehrlichenLeuten und bei den nicht kriminellen Degenerationsformen auf, wieSelbstmord und Wahnsinn."

Können wir nicht oft beobachten, wie sich im täglichen Lebenund in anständiger Gesellschaft ein enges Band zwischen zwei Indi-viduen bildet, das auf dem persönlichen Zauber und der geistigenGewalt beruht, die der eine auf den anderen ausübt?"

Leiten sich nicht auch die Geschlechtsliebe und ihr blassesund keusches Abbild, die Geschwisterliebe, von der unbewussten Sug-gestion ab, die der eine der liebenden oder der Geschwister auf den an-deren ausübt, und die jene merkwürdige Einheitlichkeit und Gleichartig-keit der Gedanken und Gefühle in der Brust zweier Personen hervorruft?

Was ist die Freundschaft, was ist die Ergebenheit einesSchülers seinem Lehrer gegenüber anderes als das Resultat jenerunbekannten Kraft, die wir fühlen, ohne sie uns erklären zu können,und die uns mit sich fortreisst, ohne dass ein Widerstand möglich wäre?"

Nachdem er auf einigen Seiten diesen Gedanken entwickelt,kommt er zu dem Schlüsse, dass in den Liebespaaren stets dereine Teil vom anderen psychologisch abhängig ist, dass bei einemder Gedanke ruht, beim anderen die Tbat, dass einer das Haupt,der andere der Arm; dann geht Sighele zur Analyse des Doppel-selbstmordes über, wo wir auch stets einen incubus (Suggerierenden)und einen succubus (Suggerierten) finden. Diesen Gedanken hatteer schon in seiner Arbeit IJ evoluzione dal suicidio all' omicidionei drammi d'amore (der Schritt vom Selbstmord zum Mord inden Liebestragödien) ausgesprochen. Hier stellt er seinen Satz nochauf festere Füsse und bringt noch weitere Beweise bei

Vom Doppelselbstmord gelangt er zum Doppelivahnsinn, jenerForm des Deliriums zu ziveien, die schon von Legrand duSau 11 e und vonDagron beobachtet worden war. Auch hier handeltes sich um einen Wahnsinnigen, der einen von Natur zum WahnsinnNeigenden suggestioniert und ihm seineu pathologischen Zustand mitteilt.

Das Phänomen der von einem auf den anderen ausgeübtenSuggestion schreibt Sighele am Schluss dieses Kapitelsäussert sich also stets in ganz gleicher Art, bei Gesunden, wie beiSelbstmördern und bei Wahnsinnigen; in allen diesenPaarungen"finden sich zwei wohlunterschiedene Typen, der incubus und dersuccubus, und stets analoge psychologische Beziehungen zwischendem einen und dem anderen "

Mit dem zweiten Kapitel werden wir in das eigentliche Themades Werkes, m das Studium der Verbrecherpaarungen eingeführt.

Hier lässt sich nun das vom Autor geschriebene sehr schwerzusammenfassen, da es sich stets um Fälle von zu zweien begangenen