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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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Der Ehrliche zieht die Entsagung ..diesen tagtäglichenSelbstmord - ', wie sie Balzac mit einem in seiner psychologischenWahrheit so plastischen Ausdruck nennt die Auswanderung, jaschliesslich den leiblichen Tod stets dem Verbrechen vor. So langeder Hunger den armen Bevöllcerungsklassen noch nicht den letztenHoffnungsschimmer geraubt und so lange sie ihrer Rechte undPflichten eingedenk bleiben, werden sie in der meiner Ansichtnach legitimen Form der Arbeitseinstellungen (Strikes) von derGesellschaft eine bessere Behandlung zu erwirken suchen.

"Wenn der Glaube, dass Hunger und Not im allgemeinen dieUrsache vieler Verbrechen sei, ein populäres Vorurteil ist, so musses auch als ein wissenschaftliches Vorurteil, allerdings entgegen-gesetzter Art, bezeichnet werden, wenn man dem Genie sozusagengar keinen Finfluss auf den Gang der menschlichen Handlungenzutraut.

Ich habe gezeigt, welch grossen Anteil das Genie an denRevolutionen hat und habe auf den Parallelismus zwischen diesenbeiden Erscheinungen aufmerksam gemacht, die in denselben Hassen,denselben Klimata und denselben 'sozialen Sphären entstehen undsich notwendigerweise ergänzen. Und ein ganz ähnliches Verhält-nis, wie es zwischen Genie und Revolution besteht, zeigt sichzwischen Revolten und gewissen halbnärrischen Originalen. DieRevolten wimmeln von solchen Originalen und Weltbeglückern, wiedie Revolutionen von Genies. Sie haben vom Genie nur den äusserenAnschein, nicht aber den inneren Kern, wie auch die Revolten mü-den äusseren Anschein von der Revolution erborgen, während derwahre innere Grund fehlt. Die Originale und Weltbegliicker sindpsychologische Überbleibsel der Weltgeschichte, die Genies vor-zeitige Schösslinge zukünftiger Staaten, wie die Revolten meistenseine Rückkehr zu alten, vergangenen Zuständen, die Revolutionendagegen ein Vorwärtsschreiten in die Zukunft bedeuten.

Dieser Parallelismus zwischen Revolution und Genie einer-seits und zwischen Revolte und Original andererseits bestätigt densubstanziellen Unterschied zwischen Revolution und Revolte undbringt ihn am besten zum Ausdruck. Wenn erstere durch das Genieihre Ergänzung findet und letztere durch den halbnärrischen Welt-verbesserer, so bedeutet dies, dass sie - beide selber eine gewisseVerwandtschaft mit dem einen oder dem anderen Typus zeigen, dassheisst wiederum, dass die Revolution das Geschick des Genius teilt,den die Nachwelt versteht und verehrt, während die Revoltedas Geschick des halbnärrischen Weltverbesserers erleidet: Gleich-gültigkeit oder Widerstand in der Gegenwart und Vergessenheit inder Zukunft.