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3) Die sich mit steigender Oivilisation bemerkbar machendevermehrte Teilnahme des Weibes am Verbrechen (auf je 100 Männer)scheint nur für die schwersten Verbrechen stattzuhaben. Wenn mandie weibliche Delinquenz mit der männlichen vergleicht, so steigterstere mit abnehmender Oivilisation bedeutend höher als erstere,besonders für die schwersten Verbrechen.
4) Wenn man die weibliche Delinquenz mit der männlichenvergleicht (Verbrecherinnen auf 100 männliche Verbrecher), so siehtman, dass die Teilnahme der Frau am Verbrechen um so geringerist, je mehr physische Kraft und geistige Fähigkeiten es.erfordert.
5) Im jugendlichen Alter wiegen im Vergleich zum fortge-schritteneren bei beiden Geschlechtern die im Zorn und in der Hitzebegangenen Verbrechen vor, im vorgeschritteneren im Vergleichzum jugendlichen dagegen die vorbedachten, wohl überlegten. Dochübertrifft beim weiblichen Geschlecht das vorgeschrittene Alter dasjugendliche auch in Mord, Totschlag und Brandstiftung. Das mitt-lere Alter aber (von 21 bis 50) behauptet bezüglich der Zahl jederArt von Verbrechen den Vorrang vor allen übrigen Alterstufen.
6) Die Ziffern der Delikte im allgemeinen, wie die der ein-zelnen Delikte, zeigen sich für jedes einzelne Geschlecht und fürdie verschiedenen Länder in den verschiedenen Jahrgängen im all-gemeinen sehr konstant. In Italien scheint indessen die Kriminalitätbeim männlichen Geschlecht für die schwersten Verbrechen abzu-nehmen und bei beiden Geschlechtern für die leichteren zu steigen;dagegen scheint es, dass die Kriminalität für die schwersten Ver-brechen beim weiblichen Geschlecht im Steigen begriffen.
7) Fruchtabtreibungen und Kindsmord scheinen vom weiblichenGeschlecht um so eher aus Scham- und Ehrgefühl, um so wenigerinfolge einer Art von Brauch begangen zu werden, je civilisierterdas Land ist; in der That werden sie in Norditalien häufiger imjugendlichen, in Süditalien dagegen häufiger im vorgeschrittenerenAlter begangen.
8) Der Einfluss der Grossstadt auf das Steigen der Verbrecher-zahl zeigt sich beim weiblichen Geschlecht stärker und macht sichbesonders durch das Steigen von Körperverletzung, Strassenraubund Diebstahl bemerkbar.
9) Die Zahl der Freigesprochenen ist im weiblichen Ge-schlecht grösser.
10) Die Ehe bewahrt die Frau weniger vor dem Verbrechenals den Mann.
11) Das weibliche Geschlecht wird in Frankreich weniger oftrückfällig als das männliche; in Deutschland fast gleich oft.
Lassen sich wenigstens einige dieser Thatsachen psychologischerklären ?