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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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den Tod hinaus sich in so hohem Grade mit der eigenen wertenPerson beschäftigen, dass das, was sonst für alle das denkbarSchmerzlichste ist. ihm nur zu eitler Selbsthespiegelung dient. DieVerbrecher besitzen gleichsam eine Art posthumcr Eitelkeit, so dasssie sich wahrscheinlich unendlich oft und unendlich eingehend mitdem Drama ihrer Hinrichtung beschäftigen (so stark ist ihr Mangelan Providenz!), bei welchem sie allerdings die Opfer, aber auch dieAkteure und zwar die Hauptakteure sind.

Ferner ist merkwürdig, dass sie alle (wie es auch meinePalimsesti erweisen) unter der Suggestion des Opfers mit einerMilde und Frömmigkeit sterben, die als ein eigentlicher "Widersprucherscheint; es ist indessen kein solcher für diese wilden, aber ab-sonderlichen Gemüter, die stets aus einem Extrem ins andere ver-fallen. Misdeas, wie Seghettis grösste Sorge war, dass die "Wächterbeschenkt würden, und letzerer zeigte sich sehr betrübt darüber,dass er seine Richter insultiert hatte.

Ahnlich Jenkins; als er 'seine Geliebte hinterrücks getötethatte, weil sie ihm nicht zuwillen sein wollte, schrieb er an ihreEltern, sie möchten ihn doch besuchen kommen, damit sie erführen,wie glücklich sie gestorben sei. t'nd auf dem "Wege zum Schaffotsagte er dem Priester:In wenigen Minuten werde ich bei ihr sein."

Ein Autograph Seghettis. Indessen sind mit dieser grossenSammlung von Agonien (Todesgedanken) die Beweise noch nichterschöpft. Jener alte und unbekannte Freund, der der grösste Not-helfer der Denker und Forscher ist, sandte mir von Genua durchVermittlung des Herrn Astengo ein überaus merkwürdiges Auto-graph jenes Seghetti, der unlängst wegen Aufruhrs füsiliert wurde.Er fügt ein neues Kapitel zu jenenAgonien", in denen ich dieGedanken, welche die geborenen Verbrecher kurz vor ihrem Todebewegen, darzustellen versucht habe.

"Wie man sieht (Tafel II) handelt es sich um eine rohe Skizzie-rung seines eigenen Todes.

Man erblickt ihn auf einen Stuhl gebunden; ein Priester stehtneben ihm, der ihm das Kreuz vorhält; wenige Schritte davon giebtein Offizier einem Peloton, das die Gewehre schon auf ihn angelegthat, das Zeichen zum Feuern. Aus der Höhe, von einem wie füreine grosse Ceremonie oder im Theater mit Teppichen ausgeschlagenenBalkone. sehen Soldaten verschiedener Waffengattungen und Frauen,rauchend, schwatzend und auf das Opfer zeigend, dem Schau-spiele zu.

Der ganze Vorgang, der mit groben ungelenken Strichen hin-geworfen ist. wird beiderseitig von zwei Bäumen abgeschlossen, diein ziemlich gekünstelter "Weise ihre mit Laub bedeckten Äste aus-strecken. Auf der Bückseite des Blattes schrieb Seghetti ein Ge-