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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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reden, sein Leben zu versichern, indem er ihm einen Vorschuss aufdie Versicherungssumme gab; kurze Zeit darauf starb auch dieserplötzlich. Waimoright reiste damals unter falschem Kamen in Frank-reich; aber er fiel der Polizei in die Hände, und da seine Ausreden"wenig Glauben fanden, so wurde er für sechs Monate eingesteckt.Schon damals fand die französische Polizei Strychnin bei ihm, legtediesem Umstand indessen kein allzngrosses Gewicht bei, da sie diesfür eine englische' Excentricität hielt. Zur selben Zeit wurde inEngland ein Verhaftsbefehl wegen Urkundenfälschung gegen ihn er-lassen, mit Hilfe eines Weibes wurde er herübergelockt, arretiertund zu lebenslänglicher Deportation verurteilt Da erwachte auchder Verdacht des Arztes wieder, der seinerzeit das junge Mädchen(W.'s Schwägerin) behandelt hatte, und Waimoright selber gestandnach seiuer Verurteilung seine Giftmorde. Eines Tages fragte manihn:Wie konnten Sie ein so unschrüdiges und vertrauensvollesGeschöpf, wie Helene Abercrombie töten?"

Nachdem er ein paar Minuten nachgedacht, antwortete er:Wahrhaftig, ich weiss es selber nicht, ich müsste es denn deshalbgethan haben, weil sie so dicke Beine hatte "

Er war ungemein eitel. Wenn es Marie Schneider am meistenverdross, dass sie trockenes Brod essen musste, so fühlte sichWaimoright besonders dadurch gedemütigt, dass man ihn, an Händenund Füssen gefesselt, im Kielraum des Schiffes unterbrachteSieglauben, ich sei ein Desperado! Ich, der Genosse der Dichter, derPhilosophen, der Maler und der Musiker, ein Desperado!! 1 '

In Norbert-Poron suchte er zwei Personen zu vergiften, dieihn gereizt hatten. Man schildert, ihn mit einem dicken, massigenKopf, tiefliegenden Augen, eckigem (carre), starkem Unterkieferund dunklem langen Haar; er hinkte und hatte ein abstossendesund doch wieder zugleich fascinierendes Gesicht. Selten blickte ereinem gerade ins Auge. Seine Unterhaltung und seine Manierenwaren äusserst jovial; er hatte nichts Übertriebenes an sich, dochwaren seine Gewohnheiten mehr auf das Grobsinnliche gerichtet.Er war ein Opiumesser und empfand ein perverses Vergnügen daran,Leute, die ihm ihr Wohlwollen bezeigten, zu verleumden. InNorbert-Poron wurde er von allen gemieden und verabscheut. Nureine Katze, die seine einzige Gefährtin war und für die er eineausserordentliche Zuneigung empfand, machte davon eine Ausnahme.(Ich habe bereits gezeigt, dass die geborenen Verbrecher sehr oftgrosse Zuneigung zu Tieren empfinden). Er starb am Schlag imJahre 1852, im Alter von 52 Jahren. Sicher kann er als neuerBeweis für das' enge Band dienenj das zwischen Genialität undVerbrechertum oder moralischem Irrsinn besteht.