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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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6. Moralisch Irrsinnige und Verbrecher. Iva. Journalof mental science, Oktoberheft 1885,- berichtet Percy Smith,Assistenzarzt am ,Bethlehem-Hospital', über einen typischen Fall, derden Parallelismus zwischen dem moralisch Irrsinnigen und dem ge-borenen Verbrecher erweist.

,,B. plagte schon in seiner frühesten Kindheit besonders gerndie Haustiere, ebenso behandelte er die jüngeren FamiliengHedergrausam."

Er war verschlossen, faul, heimtückisch und bösartig."

Einmal lockte er einen kleinen Knaben an einen verstecktenOrt, zog ihm die Kleider aus und begann ihn mit einer Weiden-rute zu geissein Damit nicht zufrieden, biss er ihn abscheulich,zerkratzte ihm verschiedene Körperteile und drohte, ihn mit einemTischmesser zu töten, wenn er um Hilfe schreie."

Bald darauf wurde er arretiert, weil er dem Pferde einesKachbars die Kehle durchgeschnitten hatte. Die ganze Nachbar-schaft war in lebhafte Aufregung geraten, da alle für ihr Viehfürchteten. Man hatte in der That schon öfters des Morgens Tieremit angeschnittenem Halse gefunden und bemerkt, dass das Feder-vieh in ungewöhnlicher Weise zusammenschmolz."

Als nun B. arretiert wurde, gestand er, dass er nicht nurdiese Tötungen vollbracht, sondern dass er auch noch andere Tiereverstümmelt, dem Geflügel die Hälse umgedreht und es nachherversteckt habe. Dafür wurde er zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.Nachdem er seine Strafe verbüsst hatte und wieder nach Hausezurückgekehrt war, versuchte er seinen jüngeren Bruder, der mitihm zusammen schlief, zu erdrosseln. Als die Mutter dazukam, wardas Kind beinahe schon ganz erstickt."

Er stahl eine ziemlich beträchtliche Summe Geldes aus demSchreibtisch seines Vaters und suchte zu fliehen; aber er wurde auf-gegriffen und zu sieben Jabren Zuchthaus verurteilt."

Nach Verbüssung dieser Strafe trat er in ein Kavallerie-Regiment ein. Eines Tages führte er sein Pferd in einen tiefenSumpf, prügelte es, bis es sich ganz und gar in den Schlamm hinein-gearbeitet hatte, und Hess es darin stecken. Tags darauf fand mandas Pferd tot."

Später desertierte B. und kam zu seiner Familie zurück.Eines Abends schälte sein Vater einen Apfel, wobei er sich in dieHand schnitt, sodass das Blut herausspritzte. Da wurde B. bleich,unruhig und nervös. Er lief von Hause fort, schlich sich in denHof eines Nachbargutes, schnitt daselbst einem Pferde die Kehledurch und versteckte sich dann im Gehölz. Dort sah er ein Mäd-chen, das Laub sammelte, er stürzte sich auf sie und notzüchtigtesie. Dafür wurde er zum Strang verurteilt, doch wurde seine Strafe

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